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Seit vergangenem Jahr wird immer wieder gegen den geplanten Kiesabbau in Forst Kasten demonstriert - wie hier in Neuried.

Kiesabbau in Forst Kasten

Hickhack um Waldbesichtigung

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Forst Kasten wird zunehmend zum Zankapfel. Münchens grüne Stadträte wollten dort eine Führung und das Kommunalreferat sagte: Nein, nur einer darf gehen. Das sorgt für Furore im Wahlkampf.

Neuried/München– Der Neurieder Forst Kasten ist frei zugänglich. Jeder kann dort spazieren gehen. Jetzt stellt sich heraus, ganz so einfach ist es nicht. Wenn die Stadtratsfraktion der Münchner Grünen – Rosa Liste gemeinsam mit dem Leiter der städtischen Forstverwaltung Jan Linder und dem Revierförster Josef Wöhrle einen Ausflug dorthin unternehmen will, schreitet das Kommunalreferat ein. Die Grünen haben dies jetzt in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kundgetan. Und schon ist ein weiterer Streit um Forst Kasten entbrannt.

Der Stadtrat der Grünen, Herbert Danner, erzählt: Mitglieder seiner Fraktion hätten sich ein Bild von dem Wald machen wollen, in dem die von der Stadt verwaltete Heiliggeistspital-Stiftung plant, Kies abbauen zu lassen. Die Meinungen über die Qualität des Waldes seien konträr gewesen. „Die einen reden vom wertlosen Stangerlwald“– so auch in der Sitzungsvorlage der viel beachteten nicht-öffentlichen Stadtratssitzung vom Dezember. Die Bilder der Bürgerinitiativen im Würmtal hätten anderes gezeigt. Also wollte Danner, der selbst Waldbesitzer und Verwaltungsbeirat der Forstverwaltung der Stadt ist, sich persönlich ein Bild machen. Er bat Linder um einen Termin vor Ort. Am 30. Januar sollte es so weit sein. Wenige Tage davor sei er dann informiert worden, „dass das Kommunalreferat nur die Zusage gibt, dass ich als Verwaltungsbeirat teilnehmen kann, aber kein weiteres Mitglied der Stadtratsfraktion“. Die Weisung sei von der Leitung des Kommunalreferats gekommen.

Stadträten Informationsrundgang versagt

Danner ist auch drei Wochen nach dem Termin, den er am Ende alleine wahrnahm, beeindruckt: „Ich kann es gar nicht fassen, dass man den anderen Stadträten einen Informationsrundgang versagt. Mir fällt gar keine Begründung ein.“ Er könne sich nicht erinnern, dass Stadträten so etwas Lapidares versagt worden sei. „Es ist ein Witz, es ist höchst kleinlich.“

Die Sprecherin des Kommunalreferates Birgit Unterhuber sieht das anders. „Die Vorwürfe der Stadtratsfraktion Die Grünen – Rosa Liste entbehren jeglicher Grundlage.“ Die Stadträte hätten sich mit der zuständigen städtischen Stiftungsverwaltung in Verbindung setzen müssen, darauf habe man sie hingewiesen. Die Städtische Forstverwaltung dürfe nicht über fremdes Eigentum verfügen. Die Ausübung des Hausrechtes obliege nicht der Forstverwaltung, sondern der Stiftungsverwaltung im Sozialreferat. Die Städtische Forstverwaltung sei von der Stiftungsverwaltung lediglich mit der Pflege und Bewirtschaftung des Forst Kasten beauftragt und somit ein stadtinterner Dienstleister für die städtische Stiftungsverwaltung.

Stiftung hätte ihr O.K. geben müssen

„Dass die Stiftung ihr Okay hätte geben müssen, halte ich für eine Schutzbehauptung“, sagt Danner. Zumal es ihn immer noch wundert, dass bei seinem Besuch im Wald ein, wie er sagt, ein Aufpasser des Kommunalreferates dabei gewesen sei. „Das ist vollkommen unüblich, das habe ich überhaupt noch nie erlebt.“ Seit acht Jahren sei er als Verwaltungsbeirat tätig und habe schon viele Besichtigungen von Wäldern durchgeführt.

Brief an Münchens OB

Darum jetzt der offene Brief der Fraktion der Grünen – Rosa Liste an Oberbürgermeister Dieter Reiter. „Wir wollen eine Einschätzung haben, was er als Chef der Verwaltung und des Kommunalreferats davon hält“, sagt Danner. Das pikante Detail an der Geschichte: Die Leiterin des Kommunalreferats ist Stadträtin Kristina Frank, die Kandidatin der CSU für das Amt des Oberbürgermeisters.

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