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Lokaler Einsatz für globale Ziele: Anton Hofreiter (Mitte) beim Ortsverband Neuried mit ( v.li.) Uta Hirschberg, Corinna Pflästerer, Werner Schuegraf, Dieter Maier, Ervin Varga , Birgit Zipfel.

Neujahrsempfang der Grünen

„Hier haben Menschen wirklich Kontakt mit Politik“

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Ob globale Erwärmung oder Außenhandel: Die Themen von Anton Hofreiter werden auf der großen Bühne verhandelt. Doch die Lokalpolitik sei dabei wichtig, warb er auf beim Neujahrsempfang der Neurieder Grünen.

Neuried – Für die Neurieder Grünen war 2016 ein gutes Jahr. Auf der Mitgliederversammlung im Mai hatten sie eine Verdreifachung ihrer Mitgliederzahl vermeldet. Und so war auch der Neujahrsempfang, zu dem der Ortsverband am Sonntag in die Grundschul-Aula geladen hatte, gut besucht. Der rege Zuspruch lag aber sicher auch an Anton Hofreiter, der als Gastredner zugesagt hatte. Für den Sprecher der Grünen im Bundestag war 2016 insgesamt alles andere als ein gutes Jahr, wie er zu Beginn seiner Rede sagte. Der Bürgerkrieg in Syrien und die Tragödie im Mittelmeer hätten sich verschärft.

Hinzu seien die populistischen Strömungen gekommen. Ein Wahlsieg von Marine le Pen sei nach dem Sieg von Donald Trump nicht ausgeschlossen. Es sei befremdlich, dass in Deutschland zum ersten mal seit dem Zweiten Weltkrieg eine Partei in den Bundestag einziehen könnte, die vermeintliche Selbstverständlichkeiten infrage stelle, sagte Hofreiter zu den Äußerungen von AfD-Politiker Björn Höcke zum Berliner Holocaust-Mahnmal. „Wir müssen scheinbare Selbstverständlichkeiten neu verankern“, so Hofreiter. Demokratie lebe nur, wenn man sie auch lebe. Dafür seien eine funktionierende kommunale Ebene und kommunalpolitisches Engagement wichtig.

Ein solches Engagement erfordere Zeit und sei anstrengend, und gelegentlich werde man auch beschimpft. Aber wenn es um Büchereien, Kindergartenplätze oder den Zustand der Straße im Dorf gehe, kämen die Menschen wirklich mit Politik in Kontakt, viel häufiger als mit der Landes- oder gar der Bundesebene.

Dem Einsatz für grüne Kernthemen auf lokaler Ebene sprach Hofreiter globale Bedeutung zu, allen voran bei der Energiewende. In den Kommunen würde entschieden, wo sich Platz für Solaranlagen oder Windräder finden lasse. Und die Ergebnisse hätten mehr Wirkung als mancher vielleicht glaube. Deutschland sei immer noch die viertgrößte Industrienation, und die Welt würde genau hinschauen, was hier passiere.

Fossile Brennstoffe würden nicht nur den Klimawandel beschleunigen und die Gesundheit gefährden. Durch den hohen Rohölbedarf würde man Staaten wie Saudi-Arabien riesige Einnahmen bescheren, die in die Finanzierung von Islamismus flössen, sagte Hofreiter, und fragte: „Ist es uns das wirklich wert, dass unsere verdammten Autos weiter mit Benzin fahren?“

Für die Neurieder Grünen soll der Umstieg auf erneuerbare Energien weiter ein wichtiges Thema bleiben, sagte Vorstandsmitglied Uta Hirschberg in ihrer Ansprache. Man wolle die Elektromobilität unterstützen, etwa mit solarbetrieben E-Tankstellen. Vorerst wolle man sich aber auf die Neugestaltung der Ortsmitte konzentrieren, damit Neuried ein lebenswerter Ort für kommende Generationen bleibe.

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