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Gute besuchte Bürgerversammlung: Rund 120 Neurieder strömten am Mittwochabend in die Pausenhalle der örtlichen Grundschule.  

120 Besucher bei Neurieder Bürgerversammlung

Immobilien-Leerstand untersuchen

Das Interesse war groß: Rund 120 Neurieder kamen am Mittwochabend zur Bürgerversammlung in die Grundschule. Bürgermeister Harald Zipfel bezog Stellung zu den zahlreichen Großprojekten.

Neuried – Die Themen Mehrzweckhalle und Neubau der Grundschule interessierten viele Besucher natürlich brennend. Harald Zipfel (SPD) informierte gleich zu Beginn über den Stand der Dinge, sodass möglicher Unmut, gerade über die fast zweijährige Nichtnutzung der zehn Millionen Euro teuren Halle, gar nicht erst aufkommen konnte. „Die Firma hat leider immer noch nicht alle Mängel beseitigt“, berichtete Zipfel und machte seinem Unmut Luft: „Was das die Volkswirtschaft kostet. Unglaublich. Hier wird nur auf Zeit gespielt!“ Jetzt gebe es eine letztmalige Aufforderung, die Mängelbeseitigung bis Ende November vorzunehmen. Wenn nicht, dann mache es die Gemeinde eben selbst und reiße die Zwischendecke ab. Dass die Halle damit nächstes Jahr endlich wieder bespielbar sein könnte, quittierten die Bürger mit Applaus.

Im Hinblick auf den Abriss der alten Schule und den Bau eines Ganztagesschultrakts an deren Stelle vermeldete Zipfel einen Fahrplan, der die Fertigstellung 2020 nach den Sommerferien vorsieht. Die beiden anderen großen Bauprojekte, das Wohn- und Gewerbegebiet auf dem ehemaligen Hettlage-Areal und südlich des Maxhofwegs, seien auf einem guten Weg und befänden sich momentan in der Vorbereitung zur zweiten Auslegung.

Der seit Langem angedachte Radweg zwischen Neuried und Gauting entlang der M4 kam ebenfalls zur Sprache. Zipfel nutzte die Anwesenheit des stellvertretenden Landrats Jörg Scholler, um ihn direkt zu fragen: „Wann kommt er nun endlich?“ Denn die M4 gehört als Kreisstraße in den Zuständigkeitsbereich des Landkreises. Scholler gab zu, dass sich die Sache hinziehe und nannte als Begründung, dass die benötigte Fläche einer Stiftung gehöre und die diese nur im Tausch gegen ein vergleichbares Grundstück abtreten würde. Hier stecke man derzeit in Verhandlungen mit einem Gautinger Grundstückseigentümer.

Beim Haushalt berichtete Kämmerer Max Heindl, dass sich heuer eine Kreditaufnahme nicht habe vermeiden lassen. Jedoch mussten statt der angedachten drei Millionen nur zwei Millionen Euro aufgenommen werden. Trotz der positiven Entwicklung bei den Gewerbesteuereinnahmen in letzter Zeit sieht Heindl die Tendenz steigender Ausgaben – gerade bei den Personalkosten. „Das Minus in Höhe von zwei Millionen Euro, eine Diskrepanz, die wir zwischen Gebühreneinnahmen und Personalkosten leider haben, wird sich in den nächsten Jahren weiter erhöhen“, so seine Prognose.

Bürgeranträge gab es am Ende der knapp dreistündigen Veranstaltung dann nur einen, über den tatsächlich abgestimmt wurde: Roland Lindner plädierte, stellvertretend für einen Bürger, für die Überprüfung aller sich im Leerstand befindlichen Immobilien und regte an, gezielt Eigentümer anzusprechen. Der Antrag wurde angenommen. Dagegen stellten sich die Anträge von Joachim Vogt auf Aufstellung von Zusatzradständern an der Bushaltestelle am Haderner Weg sowie von Werner Graßl auf Einstellung eines Behindertenbeauftragten als obsolet heraus. Die geforderten Ständer sind bereits installiert. Und der Gemeinderat will die Stelle eines Behindertenbeauftragten gerne einrichten. Laut Zipfel hat man jedoch bislang keinen geeigneten Kandidaten gefunden.

Carolin Högel

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