Neuer Bebauungsplan

Mammutsitzung zum Hettlage-Areal

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Die künftige Bebauung des ehemaligen Hettlage-Areals sorgt bei Neurieds Gemeinderäten weiter für heftige Diskussionen.

Neuried – „Ich habe den Eindruck, es werden uns hier Dinge vorgehalten, die eigentlich nicht stichhaltig sind“, sagte Andreas Dorn (SPD), als es nach drei Stunden Diskussion zum Bebauungsplan für das ehemalige Hettlage-Areal doch noch einmal um das Grundsätzliche ging. „Ganz nach dem Motto: Da kommt etwas Großes, ich will da aber nichts Großes.“ Hettlage habe damals schlichtweg das Baurecht nicht ausgeschöpft.

Derzeit beschäftigen den Bau- und Umweltausschuss der Gemeinde Neuried erneut die Anregungen und Stellungnahmen. In der Sitzung am Dienstag wurde damit begonnen, die Einwendungen aus der Bevölkerung zu behandeln, die nach der zweiten öffentliche Auslegung des Bebauungsplans eingegangen waren. Viele davon waren bereits aus der ersten Auslegung bekannt und wurden erneut mehrheitlich abgelehnt.

So forderte etwa eine Bürgerin zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen an den Tiefgaragenzufahrten für die Bewohner der Karwendelstraße 1, da sie befürchtete, die Gebäudeform sei bei den Berechnungen nicht einbezogen worden. Schallschutzgutachter Thomas Maly verneinte und erläuterte, dass in der Planung die Höhe des Gebäudes richtlinienkonform sei und selbst Mehrfachreflexionen berücksichtigt seien. Auf Bebauungsplanebene sah Maly keine weiteren Maßnahmen als nötig an. Auch sei die Lärmschutzwand „ein Zugeständnis an die Nachbarn, nicht aber das Ergebnis schallschutztechnischer Untersuchungen“.

Verständnis für die Anwohner äußerte hingegen Bernd Quintenz (W-BIN). Er verwies darauf, dass Hettlage keine Ruhestörungen verursacht habe, nicht einmal die Lkw, die Kleidung abgeholt und angeliefert hätten. Zu dem nun geplanten Wohn- und Gewerbegebiet sagte er: „Ich bin der Meinung, das gehört nicht nach Neuried.“ Ähnlich sah es Michael Zimmermann (CSU), „nachdem man nicht weiß, was da kommt“. Zu einer konstruktiven Diskussion rief Mechthild von der Mülbe auf: „Wir können hier die Rahmenbedingungen schaffen.“ Sie stellte die Gegenfrage: „An welcher Stelle wollen Sie denn sonst etwas entwickeln, wenn nicht hier?“ Schließlich gehe es um die Generierung von Gewerbesteuern, die der Gemeinde guttäten.

Bevor der Bebauungsplan ein letztes Mal im verkürzten Verfahren ausgelegt werden kann, müssen in der auf heute vertagten Fortsetzung der Sitzung noch die Behörden-Stellungnahmen vollständig abgearbeitet werden. Die Flächennutzungsplanänderung für das künftige Wohn- und Gewerbegebiet wurde in der Sitzung bereits beschlossen. Die Regierung von Oberbayern bewertet die Änderung als landesplanerisch verträglich. Auch seitens des Referats für Stadtplanung und Bauordnung der benachbarten Landeshauptstadt München bestanden keine Einwände. 

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