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Für die Neurieder Musikschule, hier bei einem Auftritt auf dem Ne urieder Dorffest, fehlen in den kommenden Jahren Räumlichkeiten.

Ersatzbau für alte Grundschule

Musikschule bei Planung übergangen

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Mit dem Abriss des alten Teils der Neurieder Schule verliert auch die Musikschule ihr Zuhause. Wo sie ihre 900 Schüler künftig unterrichten soll, weiß niemand.

Neuried – Über Jahre hinweg sind Unannehmlichkeiten zu erwarten. Lärm, Dreck, Umzug in ein Provisorium. Doch am Ende wird der Abriss des alten Teils der Neurieder Grundschule ein Gewinn sein. Jedenfalls für Schüler und Schulleitung. Die Ganztagesklassen, die von 8 Uhr bis 16 Uhr in der Schule sind, sollen dann im Ersatzbau an gleicher Stelle endlich angemessen untergebracht sein. Mit ausreichend Platz zum Mittagessen, zum Spielen und zum Ausruhen in den Unterrichtspausen. Verlierer der Maßnahme droht die Musikschule Neuried zu werden.

„Die Musikschule ist die größte Bildungsinstitution in Neuried“, sagt ihr Leiter Christoph Peters gerne, wenn es darum geht, bei der Kommunalpolitik um Unterstützung zu werben. Auf die ist Peters trotz großer Beliebtheit und derzeit 900 Schülern angewiesen. Und meistens erhält er sie auch. Doch bei den aktuellen Planungen wurde die Musikschule  bisher schlicht übergangen. Sie darf in den Trakt, dessen geplante Dimension schon für die Bedürfnisse der Schule wohl gerade so reichen wird, nicht wieder einziehen. Eine Alternative hat die Gemeinde aber bisher nicht anzubieten. Sie hofft offenbar, das Problem ohne weitere bauliche Maßnahmen lösen zu können. Das dürfte schwer werden.

In dem Trakt, der wegen statischer Mängel nur noch bis 2019 genutzt werden darf, nutze die Musikschule zehn Räume, sagt Peters. Im früheren Sitzungssaal des Gemeinderates im Erdgeschoss befinden sich Büro und Musiklehrerzimmer, daneben liegen ein kleiner Konzertsaal und zwei Übungsräume. Auch im Obergeschoss, das heute schon zwei Ganztagesklassen der Grundschule beherbergt, und im Keller nimmt die Musikschule Räume für ihren Unterricht in Beschlag.

Im übrigen Schulhaus darf die Musikschule ebenfalls Räume nutzen. Das künftig einfach verstärkt zu tun, fände er „grundsätzlich sinnvoll“, sagt Peters. Die Räume seien ja ohnehin da. Gerade tagsüber sei das aber kaum zu organisieren. An manchen Tagen benötige die Musikschule bis zu 18 Räume gleichzeitig. So wird bereits heute in der Garderobe der Mehrzweckhalle musiziert. Und Neuried dürfte die einzige Gemeinde weit und breit mit einem Klavier im Sitzungssaal des Gemeinderates sein. Denn auch in den müssen Musikschüler zum Üben ausweichen. „Und mit den neuen Wohngebieten kommen vielleicht auch noch ein paar Musikschüler dazu“, glaubt Peters.

Eine Lösung könnte eine Aufstockung des zu erneuernden Trakts der Grundschule bieten. Doch die Bauverwaltung führt dagegen städtebauliche Gründe an. Der Trakt würde die restliche Schule überragen. Entscheidender dürfte aber die Auswirkung auf den direkt nebenan geplanten Rathaus-Neubau sein. Der ist dringend nötig, wird aber seit Jahren aufgeschoben, vor allem weil das Geld fehlt. Ein weiteres Stockwerk für die Grundschule wäre teuer, zudem würde es den Planungsspielraum für das Rathaus beschränken, weil die Gebäudehöhe maßgebend ist für den Mindestabstand zur Nachbarbebauung.

Andernorts Räume zu mieten, könnte sich die Musikschule wohl nicht leisten. Zudem ist die Nähe zur Schule – auch wenn eine gewisse räumliche Abtrennung vom Fremdnutzungen heute zum Sicherheitskonzept von Grundschulen gehört – für Peters äußerst wichtig. Durch Kooperationsprojekte seien „70 Prozent der Neurieder Grundschüler auch Schüler der Musikschule“. Und „kurze Beine brauchen kurze Wege“, findet er.

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