Zuschuss zu Personalkosten

Musikschule stimmt Gemeinderäte um

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Neuried - Über 30 Lehrer für 1000 Schüler: Personalkosten von über 700.000 Euro im Jahr haben die Rücklagen der Musikschule Neuried aufgefressen. Die Gemeinde springt nun in die Bresche.

Die Gemeinde Neuried lässt der örtlichen Musikschule in diesem Jahr mehr Geld zukommen als geplant. Der Haupt-, Finanz- und Personalausschuss bewilligte jetzt die Erhöhung der gemeindlichen Personalkostenbeteiligung von 20,5 Prozent auf 35,5 Prozent. Damit erhält die Musikschule bis zu 120 000 Euro mehr als im Haushalt 2016 veranschlagt.

Mit den zusätzlichen Mitteln soll die Musikschule ein finanzielles Polster für die nächsten Jahre aufbauen. Das erhöht sich um weitere 27 000 Euro, weil der Freistaat Bayern seine Förderung im Folgejahr erhöhen wird, wenn die Gemeinde einen größeren Teil der Personalkosten übernimmt. „Das ist sehr gut für uns und zeigt, dass der Gemeinderat sieht, was er an uns hat“, sagt Ronald Hirschfeld, der 1. Vorsitzende der als Verein organisierten Musikschule. Er und seine Kollegen hatten aber viel Überzeugungsarbeit leisten müssen.

Das Modell eines erhöhten Gemeindeanteils hatte die Musikschule erstmals im Februar angeregt, als im Neurieder Gemeinderat die Haushaltsberatung für 2016 anstand. Damals hatte die Institution, die über 30 Lehrer für rund 1000 Schüler beschäftigt, für das laufende Jahr eine Deckungslücke von 40 000 Euro befürchtet. Doch der Gemeinderat folgte der Bitte nicht, im Haushalt mehr Mittel einzustellen als die 200 000 Euro, die für die Erfüllung des 20,5-Prozent-Anteils im Jahr 2016 maximal nötig gewesen wären. Die Vereine sollten sich bei der Planung nicht darauf verlassen, dass die Gemeinde im Notfall einspringe, hatte Michael Zimmermann (CSU) damals die deutlichste Kritik geäußert.

In den Monaten danach sei die Musikschule in den Gemeinderatsfraktionen vorstellig geworden, sagt Hirschfeld. Im November präsentierte sie das Modell erneut im Finanzausschuss. Der bewilligte in dieser Woche schließlich einstimmig die zusätzlichen 120 000 Euro, die nötig sind, um den Gemeindeanteil auf 35,5 Prozent zu erhöhen. „Die Musikschule hat sich wirklich bemüht, die Kosten im Zaum zu halten“, sagte Zimmermann auf Nachfrage zu seiner Meinungsänderung.

„Für die Deckung der Kosten im laufenden Jahr brauchen wir das Geld nicht“, sagt Hirschfeld. „Aber so haben wir in den nächsten Jahren ein Polster.“ Die Gemeinde und in der Folge auch der Freistaat werden ihre Förderung in den kommenden Jahren voraussichtlich wieder auf die alten Sätze zurückfahren.

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