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Mit vereinten Kräften: Restauratorin Corinna Pflästerer (r.) packt gemeinsam mit den Feuerwehrlern Thorsten Rehkämper (2.v.r.) und Konrad Grabmaier (l.) mit an. 

Wandbild aus altem Grundschultrakt entfernt

Ein großer Brocken Kunst

Es ist geschafft. Mithilfe der Neurieder Feuerwehr konnte das dreiteilige Wandbild aus dem ehemaligen Sitzungssaal des Gemeinderates von der Wand gelöst werden.

Neuried – „Das war wirklich ein großer Brocken, und wir sind sehr froh, dass die Feuerwehr uns mit ihrem Spezialgerät geholfen hat“, sagt die von der Gemeinde beauftragte Restauratorin Corinna Pflästerer über die Aktion. Mit einem Hubwagen hob die Wehr jetzt das hunderte Kilo schwere Werk des Künstlers Wilhelm Braun vorsichtig aus dem Mauerwerk heraus und platzierte es am Boden.

Das in der sogenannten Sgrafitto-Technik angefertigte Bild – mit der Dorfkirche St. Nikolaus, dem Schloss Fürstenried und Rehen im Forstenrieder Park – zierte seit Ende der 50er-Jahre den Altbau der Grundschule. Mit dem aufgrund maroder Strukturen geplanten Abriss des Altbaus im November wäre das beliebte Wandbild allerdings für immer verschwunden. Der Gemeinderat stellte deshalb im Frühling 10 000 Euro bereit, um das großformatige Werk zu retten.

Vor drei Wochen startete nun die Rettungsaktion unter der Leitung des Sollner Restaurators Christoph Oldenbourg und vielen ehrenamtlichen Helfern. Pflästerer: „Wir sind eine wechselnde Gruppe von drei bis vier Helfern. Darunter Gemeindemitarbeiter und Gemeinderäte, die sich sehr engagieren.“ Bevor das Kunstwerk, dass die Gemeinde einst für 2000 DM erstanden hatte, aus dem umliegenden Mauerwerk herausgetrennt werden konnte, musste der vordere Teil erst einmal sicher verpackt werden. Mit einer Art Verklebung sicherte das Team in 15 Tagen das Sgrafitto vor Beschädigung.

Motive reliefartig eingearbeitet

Der Künstler Wilhelm Braun hatte durch Auskratzen eines zweifarbigen und ungefähr ein Zentimeter dicken Kalkputzes die Motive der Gemeinde Neuried reliefartig eingearbeitet. Jetzt komme eine Arbeit auf sie zu, von der sie sich noch nicht sicher sind, ob es technisch funktioniert, erzählt Corinna Pflästerer. Hinter dem Kalkputz des Künstlers existierten ein Zementputz und eine Ziegelschicht. „Diese beiden Schichten werden wir versuchen, so weit wie möglich abzutragen, damit das Werk leichter für seine spätere mobile Nutzung wird,“ so Pflästerer. Geplant sei, das dreiteilige Bild auf einen mobilen Träger aufzuziehen, um es beliebig ausstellen zu können – etwa im neuen Grundschulbau oder dem neuen Rathaus Neurieds. „Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass es klappt,“ sagt die Restauratorin über das künstlerisch sehr spannende Projekt.

Um die Gemeinde finanziell zu entlasten, sammelt Corinna Pflästerer übrigens Spenden. 3500 Euro kamen bereits durch die Unterstützung des Vereins WIN (Wir in Neuried e.V.) und der Stark-Stiftung zusammen.

Lesen Sie auch: So könnte der neue Grundschultrakt aussehen.

Carolin Högel

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