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Die Kaverne im Auerberg: Von hier fließt das Wasser nach München und auch nach Neuried.  

Wasserversorgung

Neuried hängt am Tropf des Loisachtals

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Woher Neuried künftig sein Wasser bezieht, ist nicht geklärt. Die Gemeinde hofft auf das Loisachtal – aber das ist eher keine langfristige Lösung.

Neuried Auf dem Weg nach München fließt das Trinkwasser vom Auerberg im Landkreis Garmisch-Partenkirchen direkt durch Neuried. Künftig soll Neuried davon aber nichts mehr abbekommen. Die Gemeinde hat jetzt alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ein Abkoppeln zu verhindern. Doch das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen spannt Neuried auf die Folter; eine Entscheidung lässt auf sich warten.

„Wir haben getan, was wir tun konnten“, sagt Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel. Bereits vor den Sommerferien habe die Gemeinde beim Landratsamt alles eingereicht, was ihre Alternativlosigkeit und damit ihre Abhängigkeit vom Wasser aus dem Loisachtal belegen soll. Doch auf Antwort wartet Neuried noch.

Die Gemeinden Farchant und Oberau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen wollen, wie berichtet, Neuried und andere Gemeinden aus dem Münchner Umland nur noch bis Ende 2025 mit Trinkwasser versorgen. Sie wollen sich durch die Ausweitung von Wasserschutzgebieten nicht in ihrer Ortsentwicklung beeinträchtigen lassen. Laut Zipfel sollten Mitte September noch zwei betroffene Gemeinden in Garmisch-Partenkirchen Stellung beziehen. Doch seitdem hat der Bürgermeister nichts gehört. „Ich würde mir einen Bescheid wünschen“, sagt er. Einen für die Gemeinde positiven freilich. „Ich weiß nicht, warum sich das so lange hinzieht. Ich habe manchmal das Gefühl, man versucht einen Bescheid zu vermeiden.“ Bereits seit zweieinhalb Jahren gebe es immer wieder Gutachten, Anhörungen und Schriftverkehr.

Der Bürgermeister hätte die Wasserversorgung gerne sichergestellt. Doch auf dauerhafte Sicherheit wagt er derzeit nicht zu hoffen. Die steigenden Einwohnerzahlen Münchens sind Teil des Problems. „Ich kann mir vorstellen, dass die Münchner irgendwann sagen, wir sind so viele Leute, dass das Umland nicht mehr mit versorgt werden kann.“ Neuried schafft ebenfalls weiter Wohnraum.

Zipfel will spätestens 2025 ein Konzept haben, wie Neuried sich selbst versorgen könnte. „Wir müssen uns Gedanken machen, vielleicht mit dem Würmtal-Zweckverband.“ Gespräche gebe es bereits. Aber: „Die haben hohe Anforderungen und wollen wissen, wie der Stand unseres Netzes ist.“

Eine nächste Hürde wäre dann aber die Ausweisung von Wasserschutzgebieten. Denn die ist nicht nur in Oberau und Farchant ein Problem, sondern auch im Würmtal.

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