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Standen den Bürgern Rede und Antwort: (v.li.) Bürgermeister Harald Zipfel, Landrat Christoph Göbel sowie die Abteilungsleiter Alois Sailer, Susanne Stummer und Andreas Braun.

Bürgerversammlung

Göbel: Kiesabbau nur mit der Firma Glück

Mit Landrat Christoph Göbel wird es bei einer Vergabe an eine Fremdfirma im Rahmen der europaweiten Ausschreibung keinen Kiesabbau in Forst Kasten geben. Das sagte Göbel am Donnerstag auf der Bürgerversammlung in Neuried.

Neuried– An die 200 Neurieder wollten am Donnerstag in der Mehrzweckhalle hören, was Landrat Christoph Göbel zum Kiesabbau in Forst Kasten zu sagen hatte. Ein Thema, das die Bürger im Würmtal seit langem umtreibt und somit zentraler Gegenstand der dreieinhalbstündigen Veranstaltung war.

Göbel dröselte noch einmal die Details zum Status quo des Kiesabbaus in Forst Kasten und in der Verquickung mit dem momentan laufenden Raumordnungsverfahren bezüglich des Kiesabbaus auf der Planegger Dickwiese auf. Fakt sei, so Göbel, dass die Kiesabbaufläche 804 in Forst Karsten seit 2013 als Vorranggebiet im Regionalplan festgeschrieben sei – ein Beschluss, den die Gemeinden Planegg und Neuried übrigens mitbestimmt hätten. Durch die europaweite Ausschreibung der Flächeneigentümerin, die Heiliggeistspital-Stiftung, hätte sich eine neue Situation für die Firma Bernhard Glück Kies-Sand-Hartsteinsplitt GmbH ergeben, erläuterte der Landrat. Diese sei durch nicht zu erfüllende Kriterien von der Ausschreibung ausgeschlossen worden; dagegen klagt die Firma Glück momentan (wir berichteten). Als Alternative möchte Glück nun im Planegger Holz auf 24,4 Hektar Kies abbauen. Hier laufe derzeit die Prüfung der Regierung von Oberbayern auf Raumverträglichkeit. Bei der Planegger Dickwiese handle es sich dagegen nicht um ein Vorranggebiet, so Göbel, weshalb der Landkreis München unlängst Kiesabbau dort als „nicht raumverträglich“ abgelehnt habe.

Klares Statement vom Landrat

Dass sich Landrat Göbel bei Forst Kasten im Falle eines Genehmigungsverfahrens mit der Vergabe an ein anderes Unternehmen als der Firma Glück schwertun würde, hatte er schon angedeutet. Jetzt gab er jedoch ein klares Statement ab: „Eine Auskiesungsgenehmigung an Dritte werde ich schlichtweg ablehnen. Dazu stehe ich!“ Damit käme nämlich eine Verkehrsbelastung mit Lkw ins Spiel, sowie der mögliche Bau eines Kieswerks oder einer Erschließungsstraße. Dies sei absolut nicht verträglich mit dem sensiblen Gebiet Forst Kasten. Den Kiesabbau in Forst Kasten vom Tisch fegen könnte am 21. November allerdings noch der Münchner Stadtrat, indem die Heiliggeistspital-Stiftung als hundertprozentige Tochter der Landeshauptstadt überhaupt keine Flächen zur Verfügung stellt.

Bürgeranträge zu vorgerückter Stunde

Bei den Bürgeranträgen zur vorgerückten Stunde forderte Ulrich Schrader den konsequenten Rückschnitt von Hecken in der Rosenstraße. Das Grün hinge zu weit auf den Gehweg und behindere dadurch insbesondere Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen. Die Gemeinde sehe das Problem nicht erst seit gestern, so Bürgermeister Harald Zipfel. Man werde künftig ein Bußgeld von 500 Euro bei Nichtbefolgung verhängen. Auch der Antrag von Rainer Pippig auf einen digitalen Abfallkalender fand Gehör. Ein solcher sei ab sofort auf der Internetseite der Gemeinde abrufbar. Daniela Gruber berichtete, dass sich bei ihrer Anfrage bezüglich des Schulbusses 260 Richtung Feodor-Lynen-Gymnasium etwas tue. Göbel habe zugesagt, dass ab Dezember 2020 ein Verstärkerbus für die Schulkinder an allen Tagen zum Einsatz kommen soll und nicht nur zwischen den Herbst- und Osterferien. 

 CAROLIN HÖGEL

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