Hammer-Urteil im Diesel-Skandal gegen VW: BGH-Entscheidung ist gefallen

Hammer-Urteil im Diesel-Skandal gegen VW: BGH-Entscheidung ist gefallen
+
Markus Hinz (Mitte), hier mit Pfarrer Wieslaw Poradzisz und Markus Crhak (l.) legt sein Amt als Pfarrgemeinderatsvorsitzender nieder.

Der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates von St. Nikolaus legt sein Amt nieder

Markus Hinz will Diakon werden

  • schließen

Der Neurieder Markus Hinz will Diakon werden. Der 40-Jährige ist einer von 35 Anwärtern im Bistum München-Freising. Dafür legt er sein Amt als Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Nikolaus nieder.

Neuried Das Leben von Markus Hinz steht vor einer entscheidenden Wende. Sein Amt als Vorsitzender des Pfarrgemeinderates von St. Nikolaus Neuried stellt er zur Verfügung. Denn der 40-jährige Neurieder hat beschlossen, Diakon zu werden. Und weil im Zuge seiner Ausbildung ab dem kommenden Jahr ein 18-monatiges Praktikum in einer anderen Pfarrei ansteht, hat er entschieden, sein Engagement in Neuried zurückzufahren. Nicht nur, dass es zeitlich schwierig werden könnte, Praktikum, Ausbildung, Beruf, Familie und Ehrenamt gerecht zu werden. „Ich kann nicht sechs bis zehn Stunden in einer anderen Pfarrei tätig sein und in Neuried der Vorsitzende des Pfarrgemeinderates“, sagt Markus Hinz.

Entscheidung fiel in einem längeren Prozess

Seine Entscheidung, Diakon zu werden, war ein längerer Prozess. Es habe kein Schlüsselerlebnis gegeben, erzählt er. Vielmehr hätten einzelne Bausteine in seinem Leben dazu geführt, diesen Weg einzuschlagen. „Durch die Tätigkeit als Pfarrgemeinderatsvorsitzender lernt man Bereiche kennen, in die man tiefer einsteigen möchte“, erklärt er. Sein Ehrenamt habe nicht die Seelsorge beinhaltet. Doch diese interessiere ihn, insbesondere die Krankenhausseelsorge. Schon seinen Zivildienst leistete er in einem Krankenhaus. In seiner Kindheit habe es zudem einen Diakon gegeben, zu dem er aufgeschaut habe. Künftig könnte nun Hinz den Kindern ein Vorbild sein, denn er wird auch darauf vorbereitet, Grundschüler in Religion zu unterrichten.

Markus Hinz ist einer von 35 Diakonatsbewerbern im Bistum München-Freising. Manche sind mit ihrer Ausbildung schon weiter als er, manche haben gerade erst angefangen. Die berufsbegleitende Ausbildung dauert in der Regel vier bis fünf Jahre, zwei hat Hinz bereits hinter sich. Er befasst sich viel mit Theologie und Religionspädagogik. Und er sagt, die Kirche prüfe genau, wen sie sich ins Haus hole. „Man muss mit den Menschen können.“

Aktuell arbeitet der Neurieder für eine Krankenkasse, dort ist er zuständig für Vertragsverhandlungen mit Kliniken. Und er meint: „Es ist jetzt eine gute Zeit, noch mal etwas Anderes zu machen“. Bis zum Alter von 50 Jahren könne man zum hauptberuflichen Diakon geweiht werden. „Da habe ich noch ein bisschen Luft.“

Ausbildung zeitintensiv

Mit seinem Vorhaben ändert sich nicht nur sein eigenes Leben. Für seine Frau und seine drei Kinder bringt die berufliche Neuorientierung ebenfalls Veränderungen mit sich. Die Ausbildung zum Diakon ist zeitintensiv. Seine Arbeitszeiten werden künftig nicht klar geregelt sein. Hinz erklärt, dass die Ehefrauen daher mit in die Ausbildung einbezogen werden. Selbst am Tag der Weihe würden sie noch einmal offiziell um ihr Einverständnis gebeten.

Zudem hat Hinz’ Entscheidung Folgen für die Pfarrgemeinde von St. Nikolaus. Im Juli muss nach sechseinhalb Jahren ein neuer Vorsitzender gewählt werden. „Es haben schon Gespräche stattgefunden. Es wird kein Gerangel um das Amt geben, aber auf jeden Fall einen guten Kandidaten“, sagt Markus Hinz zuversichtlich.

Seine Kollegen im Pfarrgemeinderat hätten unterschiedlich auf seinen Rückzug reagiert. Sie bedauerten den Verlust ihres Vorsitzenden, fänden es aber gleichzeitig toll, dass er sich zum Diakon weihen lasse, erzählt er. Ganz aus dem Gremium ausscheiden will Hinz nicht. „Ich will ins Glied zurückkehren“, erklärt er. Seit zehn Jahren ist er Teil des Pfarrgemeinderates, bis zum Ende der Wahlperiode 2022 möchte er das bleiben. „Dann würde ich nicht mehr antreten.“ Die Weihe zum Diakon ist dann wohl nicht mehr weit weg.

Im Januar überreichte Markus Hinz verdienten Pfarreimitgliedern die Nikolausmedaille

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Tests zeigen: UVC-Strahlung tötet Coronavirus ab - es könnte weitreichende Folgen haben
99,4 Prozent der neuartigen Coronaviren werden mit kurzwelliger, energiereicher UVC-Strahlung binnen weniger Sekunden abgetötet. Das haben Versuche ergeben, die das …
Tests zeigen: UVC-Strahlung tötet Coronavirus ab - es könnte weitreichende Folgen haben
Lokalsport im Würmtal
Hier finden Sie einen Überblick über die Artikel zu den Sportereignissen im Würmtal. Der direkte Weg zum Lokalsport:
Lokalsport im Würmtal
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Hier informiert Sie der Münchner Merkur Würmtal über aktuelle Mitteilungen von Behörden, Vereinen und Veranstaltern.
Die aktuelle Entwicklung im Würmtal
Vier Filme über Krailling zu Corona-Zeiten
„Kraillinger Gschichten“ erzählen vom Leben in der Gemeinde während der Corona-Pandemie. Vier Teile hat die neue Serie. Weitere Filme könnten folgen.
Vier Filme über Krailling zu Corona-Zeiten

Kommentare