Forst Kasten

Mit Fantasie gegen Kiesabbau

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Die Bewegung „Fridays for Future“ hat das Würmtal erreicht. Am Freitag wird der Kiesabbau im Forst Kasten zum Thema beim Schülerstreik auf der Münchner Theresienwiese.

Neuried – Einen fantasievollen Widerstand, der die Menschen zusammenführt – das wünscht sich der Neurieder Künstler Michael Samay. Er kämpft gegen den geplanten Kiesabbau im Forst Kasten. Und er ist damit nicht alleine. Am 12. Januar schlossen sich in Neuried die ersten Bürger zusammen. Sie hatten durch Hörensagen von den Plänen der Eigentümerin des Waldes, der Heiliggeistspital-Stiftung, erfahren. Rund 100 Interessierte kamen kürzlich zu einem Informationsabend der Gemeinde in der Aula der Grundschule zusammen (wir berichteten). Mittlerweile sind rund 50 Neurieder an der Aktion „Bürger gegen Kiesabbau im Neurieder Wald“ beteiligt.

„Es ist genug“, findet also nicht nur Samay. „Wir wollen das Roden des Waldes und den Kiesabbau verhindern.“ Dass die Heiliggeistspital-Stiftung München eine 9,5 Hektar große Fläche im Forst Kasten für den Kiesabbau ausgeschrieben hat, wollen sie nicht hinnehmen. Samay prophezeit: „Da rollt über Jahre der Schwerlastverkehr.“ Seine Mitstreiterin Katrin Koller sagt: „Unsere Pläne umfassen recht vielfältige politische und juristische Aktionen.“ Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter habe bereits einen Brief bekommen, der Bayerische Rundfunk plane einen Beitrag, berichtet Nicole Neubauer.

Doch das soll nicht alles gewesen sein. 16 Leute gehören aktuell zum engeren Kreis der Widerstandsgruppe „Bürger gegen Kiesabbau im Neurieder Wald“, und einige davon haben sich kürzlich mit zwei jungen Vertretern der Klimaschutzinitiative „Fridays for Future“ getroffen. Dieses Gespräch hat Folgen: An diesem Freitag, 24. Mai, beginnt um 11 Uhr der nächste Schülerstreik auf der Münchner Theresienwiese, und die Neurieder wollen dort ihr Kiesabbau-Problem in einer kurzen Rede vorstellen. Vortragende wird voraussichtlich Malwina Andrassy sein, die erst seit Kurzem in Neuried wohnt.

Michael Samay reitet fast täglich durch den Wald. Er kennt die Folgen früherer Auskiesungen. „Das ist katastrophal. Die Auflagen, die es gibt, werden ignoriert, da entsteht hinterher kein toller Wald.“ Neubauer ist seiner Meinung: „Das Areal ist auf Jahrzehnte geschädigt.“ Die Bäume müssten daher erhalten bleiben. Als nächste Aktion plant Samay Waldspaziergänge, wie es sie immer noch im Hambacher Forst gebe. Doch erst einmal soll der Zusammenschluss engagierter Bürger jetzt Struktur und Arbeitsgruppen bekommen, erklärt Koller. Dann kann der von Samay gewünschte fantasievolle Widerstand konkrete Formen annehmen. Die Aktion mit „Fridays for Future“ ist also nicht das Letzte, was von den „Bürgern gegen Kiesabbau im Neurieder Wald“ zu hören sein wird.

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