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Im Heck der Elektrobusse ist, wie MVG-Buschef Ralf Willrett zeigt, die Hälfte der Batteriekapazität untergebracht, außerdem gibt es auf dem Dach der Busse einen Batterieaufbau.

Umrüstung

Neuried soll Elektrobus bekommen

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Diesel-Busse soll es im öffentlichen Nahverkehr im Landkreis München bald nicht mehr geben. Sie sollen vielmehr möglichst bald elektrisch fahren – auch in Neuried.

Landkreis München – Bereits im April 2016 hatte der Kreis-Verkehrsausschuss beschlossen, die MVV-Regionalbuslinie 232 in Unterföhring ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 2019 elektrisch zu betreiben. Ein von den Grünen eingebrachter und den übrigen Fraktionen mitgetragener Antrag sah daraufhin vor, drei weitere Busse auf E-Tauglichkeit hin zu überprüfen. Aufgrund des Interesses der Stadt Garching wurden es schließlich sogar vier. Zudem sollen MVV-Busse in folgenden Gemeinden mit Batterie angetrieben werden: in Neuried die Linie 261 vom Hainbuchenring bis zur U-Bahn-Haltestelle Fürstenried West (MVV-Linie 261), in Taufkirchen die Linie 225 vom S-Bahnhof ins Gewerbegebiet Potzham sowie der Ortsbus 227 in Oberhaching. Die Landeshauptstadt, in der seit November vergangenen Jahres Elektrobusse verkehren, steht der Entwicklung im Landkreis Pate.

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) will den Diesel in absehbarer Zeit komplett von der Straße bannen und durch Elektrobusse ersetzen. Während der Ortsbus Unterföhring schon ab Dezember 2019 mit Batterie fahren soll, dürften bei den übrigen Linien bis zu sechs Jahre ins Land ziehen. Die MVV-Busse 225 und 227 werden im Dezember 2020, Bus 261 Ende 2021, der Ortsbus Garching 290 im Dezember 2022 neu ausgeschrieben. Dem neuen Betreiber gewährt der Kreis eine zweijährige Übergangsphase bis zur Umstellung auf E-Antrieb. Das Fraunhofer-Institut für Verkehrs- und Infrastruktursysteme aus Dresden nennt die ausgewählten Buslinien in einem Gutachten E-tauglich. Die Busse sollen als „vollelektrische Batteriebusse mit Gelegenheitsladung“ ausgestattet werden. Dadurch können die Busse während des Linienbetriebs an den Endhaltestellen ausreichend aufgeladen werden und müssen nicht mehr über Nacht zum Laden ins Depot. Was die Kosten betrifft, will sich das Landratsamt München an der gemeinsam vereinbarten Regelung für den Ortsbus Unterföhring orientieren: Der Kreis trägt die Kosten für den üblichen Dieselbetrieb, die Kommunen müssen den E-Antrieb finanzieren. Die spärliche Erfahrung mit E-Bussen allerdings zeigt, dass es für Gemeinden mitunter schwer sein kann, eine verlässliche Kalkulation zu schreiben. Im Fall des Ortsbus L 232 hatten die Bieter bei der Ausschreibung deutlich höhere Gebote abgegeben als erwartet. Unterföhring erklärte sich zwar bereit, die höheren Kosten für den E-Antrieb zu tragen. Nicht jede Gemeinde aber ist finanziell so gut gestellt. Der Kreistag stimmte einer Umstellung von Diesel auf Batterie bei den Linien 225, 227, 261 und 290 einstimmig zu, instruierte das Landratsamt zugleich, nach Möglichkeiten Ausschau zu halten, Fördergelder für die Gemeinden abzugreifen. Überdies gehen die Fraktionen davon aus, dass technischer Fortschritt den kommunalen Eigenanteil mit der Zeit senken dürfte.

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