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Steht unter Denkmalschutz: Das alte Neurieder Rathaus soll später anderweitig genutzt werden.

Gemeinde will Architektenwettbewerb ausloben

Gewaltiger Schritt in Richtung neue Ortsmitte 

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Neuried - Die Gemeinde Neuried hat einen gewaltigen Schritt in Richtung neue Ortsmitte gemacht. Auch der Ersatz des Schul-Altbaus fließt jetzt in das Projekt mit ein. 2017 rollen die Bagger allerdings noch nicht an.

Bevor es um die Ortsmitte ging, beschloss der Gemeinderat einstimmig, den Altbau der Grundschule abzureißen. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass eine Sanierung nicht wirtschaftlich sinnvoll ist (wir berichteten). Die Gemeinde hat eine Betriebserlaubnis bis Ende 2019, muss aber alle sechs Monate vorhandene Schäden und Mängel überprüfen lassen. Michael Zimmermann (CSU) sah es als Chance: „Es ist ein glücklicher Zufall, dass sich das jetzt herausgestellt hat. Die Planung läuft zusammen mit den anderen Gebäuden, die angedacht sind.“ Mechthild von der Mülbe (SPD) sagte: „Dass es sinnvoll ist, alles aus einem Guss zu machen, darin sind wir uns einig.“

Einigkeit demonstrierte der Gemeinderat auch bei der gesamten Ortsmittenplanung. Teils einstimmig, teils nur gegen Bernd Quintenz (W-BIN) wurde eine ganze Reihe von Beschlüssen gefasst. Dem vorausgegangen waren Monate, in denen die Ratsmitglieder in Arbeitsgruppen, Lenkungskreisen und Klausuren ihre Vorstellungen für eine neue Ortsmitte erarbeitet hatten. Dem Vorwurf, dass man in diesem Prozess die Öffentlichkeit ausgegrenzt habe, widersprach Markus Crhak (BZN): „Wir wollten einfach gemeinsam etwas voranbringen. Wir werden noch genug politischen Dissens behalten.“ Er allein habe geschätzte 25 Stunden investiert. „Das sprengt den Rahmen unserer öffentlichen Sitzungen.“

Die Gemeinde besitzt zwischen Planegger Straße, Münchner Straße und Haderner Weg ein 10 700 Quadratmeter großes Grundstück, das im Süden von der Grundschule begrenzt wird. Das dort befindliche alte Rathaus steht unter Denkmalschutz, ist aber seit Jahrzehnten zu klein. Im Jahr 2000 zog das Bauamt deswegen in Container, die ebenfalls auf dem Areal untergebracht sind. Das alte Feuerwehrhaus steht inzwischen nahezu leer. Die Mittagsbetreuung ist längst ins Untergeschoss der Mehrzweckhalle umgezogen. Das Feuerwehrhaus soll wie Container und Parkplatz verschwinden, um Platz zu schaffen für die Ortsmitte Nord mit einem neuen, ausreichend dimensionierten Rathaus, Tiefgarage, Gewerbe und Wohnungen im Norden des Grundstücks. Der Kostenrahmen für Gemeindeverwaltung inklusive Tiefgaragenanteil soll bei 10 Millionen Euro liegen. Finanzieren will die Gemeinde dies durch Bauträger-Projekte auf dem Rest des Grundstücks. „Was hier entstehen muss, ist ein Schmuckstück. Diese Gebäude werden das Ortsbild die nächsten Jahrzehnte prägen“, so von der Mülbe.

Der Gemeinderat will wie schon bei der Ortsmitte Süd rund um die Gautinger Straße die Bürger am Entwicklungsprozess beteiligen. Anregungen flossen bereits ein, etwa die Ansiedlung von Gewerbe, Läden, Gastronomie oder Praxen. Auch wenn eine reine Wohnnutzung zunächst mehr Geld in die Kassen spülen würde. „Durch Gewerbe nimmt die Gemeinde am wenigsten ein. Es sorgt aber für eine Belebung“, sagte Birgit Zipfel (Grüne). Wichtig ist den Bürgern außerdem, den nördlichen und den südlichen Teil der Ortsmitte zu einer Einheit zu verschweißen, eine Verbindung zur Gautinger Straße zu schaffen, trotz der Staatsstraßen-Schneise in der Mitte.

Im Haushalt 2017 sollen 200 000 Euro eingestellt werden, um die Planung voranzutreiben. Gebaut wird noch nicht, das Jahr wird für vorbereitende Maßnahmen benötigt. Ein Architektenwettbewerb muss ausgelobt werden, ein Grundstück gefunden werden, auf dem die Bauamtscontainer zwischenzeitlich unterkommen. Geklärt muss auch werden, wo die zwei Ganztagsklassen und die Musikschule ausgelagert werden, die sich derzeit im Schul-Altbau befinden.

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