Gemeinderat folgt Expertenmeinung

Schul-Erneuerung von Ortsmittenplanung entkoppelt

Ein Teil der Neurieder Grundschule, die „alte Schule“, wurde unlängst als Abbruchgebäude eingestuft und darf nur noch bis einschließlich Dezember 2019 genutzt werden. Die Zeit drängt also bei diesem Projekt.

Neuried – Ein wichtiger Grund, warum Judith Praxenthaler, Architektin des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München, dem Gemeinderat die Entkoppelung die Schulplanung von der Planung zum neuen Rathaus und der Ortsmitte Nord vorgeschlagen hat. Die Beschlusslage des Gemeinderates sah jedoch bisher genau dies, nämlich das Verfahren für den Ersatzbau der alten Schule und den Rathausneubau aus einem Guss laufen zu lassen, vor. Zu kompliziert in der Handhabung, urteilt jetzt Expertin Praxenthaler. Je mehr man unterschiedliche Verfahren vermische, umso komplexer und unflexibler werde alles. Gerade die Planungen für die Schule könnten bei einer Nichtkoppelung zügiger erfolgen, so die Architektin. Daher lautete ihre Empfehlung, das Verfahren zur Erneuerung der alten Schule eigenständig und als reines VgV-Verfahren durchzuführen. Dies sei im Vergleich zu einem Plangutachten oder Planungswettbewerb das schnellste Vorgehen, wobei das Architektenbüro anhand von Referenzen ausgewählt wird.

Gemeinderat Bernd Quintenz (W-BIN) meldete Zweifel an, ob man nicht vor dem Startschuss für den Ersatzbau zuerst einmal die zukünftige Schülerzahl ermitteln sollte. Eine Tendenz, ob man mehr oder weniger Platz brauche, sei leider nicht absehbar, so Bauamtsleiterin Dagmar Hasler. Momentan seien in der alten Schule die drei Ganztagesklassen und die Musikschule untergebracht. Schlussendlich sei dies kein Kriterium für eine relativ schnelle Einleitung der Planung.

Der Gemeinderat folgte schließlich dem Vorschlag und stimmte einer Entkoppelung zu. Des Weiteren beschloss er die Bildung einer Steuerungsgruppe Ortsmitte, die sich aus je einem Fraktionsmitglied, Fachleuten aus der Immobilienwirtschaft und Juristen zusammensetzen soll. Mit ihr hofft man laut Hasler, schneller einen Konsens in Fragen zu finden, ob etwa der Rathausneubau anhand eines Realisierungswettbewerbs oder anhand eines Plangutachtens durchgeführt werden soll. Auch die Klärung des zeitlichen Ablaufs soll diskutiert werden: Ob es sinnvoll ist, nach dem hoffentlich baldigen Planungsbeginn bei der alten Schule zuerst ein städtebauliches Konzept für die ganze nördliche Ortsmitte auf den Weg zu bringen, bevor man mit der Ausschreibung zum Rathausneubau startet.

Carolin Högel

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