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Auslaufmodell? Das Geld für den Bus 269, der heute auf dem Haderner Weg fährt, will die Gemeinde Neuried sparen.

Linie X910

Neuried hofft weiter auf Expressbus

Neuried will den sanierungsbedürftigen Haderner Weg schnell für große Expressbusse ertüchtigen. Doch noch ist ungewiss, ob der X910, der die Linie 269 ersetzen und so Geld sparen soll, je kommt.

Neuried – Es ist eine Frage der Zeit. Saniert werden muss der Hadernder Weg zwar wohl nicht zwingend in diesem Jahr. „Wir könnten die Maßnahme um ein Jahr schieben“, sagt Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel. Das wäre angesichts der Kassenlage und der vielen anstehenden Aufgaben in der Gemeinde eine kurzfristig interessante Option. Jedoch könnte die Gemeinde dadurch die Chance verspielen, langfristig mehrere Hunderttausend Euro beim öffentlichen Personenverkehr einzusparen.

Über den Haderner Weg führt die vom Landratsamt Starnberg bevorzugte Route für den geplanten Expressbus X910, der mit wenigen Haltepunkten von Weßling über Oberpfaffenhofen, Gilching und Gauting nach Neuried und dann weiter nach Großhadern fahren soll. Zwar gibt es Alternativrouten, doch wenn der X910, den laut Zipfel die Landkreise München und Starnberg finanzieren würden, über den Haderner Weg fährt, könnte er den Bus 269 überflüssig machen, den die Gemeinde jedes Jahr mit 120 000 Euro mitfinanziert. Und die Verträge für die Linie 269 laufen 2018 aus.

„Wir müssen nächstes Jahr neu ausschreiben, damit die Linie 269 auch 2019 weiter geführt werden könnte.“ Die Ausschreibung gilt dann für mehrere Jahre. Fährt der X910 schon zum Fahrplanwechsel 2017/2018 über den Haderner Weg, hätte man im folgenden Jahr vielleicht noch rechtzeitig Erkenntnisse zum weiteren Bedarf für den 269er. „Wir nehmen lieber das Geld für die Straßensanierung in die Hand und sparen uns den Bus 269“, sagt Zipfel.

Doch solange die Gemeinde nicht weiß, ob der X910 wirklich kommt, weiß sie auch nicht, wie umfangreich sie am Haderner Weg tätig werden müsste. Die entscheidenden Fragen lauten: Wie gut ist der Haderner Weg in Schuss? Wie gut ist der Unterbau? Trägt er einen großen Bus? „Im nördlichen Teil ist er sehr gut“, meint Zipfel. Und wie weit ist Begegnungsverkehr möglich? Derzeit müssen Autos am schmalen Ortsausgang teils lange auf Lücken im Gegenverkehr warten. Für einen Expressbus kaum vorstellbar.

Der Landkreis München hat den Bus im Sommer abgesegnet, der Starnberger Kreistag lehnte den Vorschlag aus dem eigenen Landratsamt zwei Tage später aus Kostengründen ab. Doch noch hofft Zipfel auf eine schnelle Kehrtwende in Starnberg. Nach der Ablehnung durch den dortigen Kreistag hätten sich Unternehmer aus den Gewerbegebieten, die der Bus passieren soll, mit der Bitte an das Landratsamt gewandt, das Ganze noch einmal zu prüfen, erklärt Stefan Diebl, der Sprecher der Behörde. Jetzt werde mit ihnen über eine mögliche Kostenbeteiligung gesprochen. „Wir haben es nicht ganz abgehakt“, sagt Diebl daher.

„Wir würden uns über den Expressbus freuen“, macht Zipfel deutlich. Er wäre ein Gewinn für die Gemeinde, findet er.

Victoria Strachwitz

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