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Vollgeschmiert und dunkel ist die Neurieder Unterführung. Die Wände sollen durch Street Art neu erstrahlen. Die Beleuchtung ist – wenn überhaupt – ein späteres Projekt.

Neurieder Fußgänger-Unterführung

Kunst statt obszöner Schmierereien

Die Neurieder Unterführung unterhalb der Planegger Straße wird täglich von Hunderten Menschen passiert. Doch sie bietet einen hässlichen Anblick. Das soll sich ändern. 

Neuried – Gesprühte Wandgemälde, Graffitis, haben heutzutage als Street Art einen festen Platz in der Kunstszene. So findet derzeit etwa die Ausstellung „Magic City“ in der Münchner Olympiahalle statt, wo mehr als 50 Graffiti-Künstler eine globale Traumstadt geschaffen haben. Trotzdem schauen manche vollgesprayten Wände nur nach Willkür aus und haben wenig bis gar nichts von einem Kunstwerk.

Genau diesen Eindruck vermittelt seit Jahren die Neurieder Unterführung unterhalb der Planegger Straße. Sie wird täglich von Dutzenden von Schulkindern als sicherer Durchgang von der Neurieder Ortsmitte hinüber zur Grundschule genutzt. „Das ist zwar der offizielle Schulweg, aber einfach richtig hässlich und nicht schön für die Kinder“, konstatierte nun Anni Micheli Sturm, Mutter dreier Kinder und Mitglied im Elternbeirat der Neurieder Grundschule. Vor allem die überall hingeschmierten derben Kraftausdrücke stören die Eltern. „Wir als Elternbeirat finden daher, dass es höchste Zeit ist, dass hier etwas passiert.“

Deshalb unterbreitete Initiatorin Sturm jetzt zusammen mit Daniela Gruber – als Vertreterinnen des Elternbeirats – dem Sozial- und Kulturausschuss einen Plan für eine komplette künstlerische Umgestaltung der 1970 in Y-Form gebauten Unterführung. Es solle ein richtiges Kunstwerk zusammen mit den Neurieder Kindern entstehen, so Sturm weiter. Die Kinder müssen jedoch nicht alleine ihrer Fantasie freien Lauf lassen, sondern bekommen professionelle Unterstützung. Mit Loomit und Lando haben zwei der bekanntesten Graffiti-Künstler zugesagt, das Projekt umzusetzen. Speziell Loomit, alias Mathias Köhler, gilt als Pionier der Street Art in der deutschen Spraykunst-Szene und durfte schon das Badezimmer des ehemaligen Oberbürgermeisters Christian Ude verschönern.

Der Kulturausschuss begrüßte den Vorschlag einstimmig. „Es ist richtig klasse; ein Zugewinn für Neuried“, sagte etwa Birgit Zipfel (Grüne). Jetzt muss nur noch der Gemeinderat dem Kunst-Projekt im Tunnel rasch zustimmen, am besten schon nächste Woche. Denn die Zeit drängt. Am 10. Juni sollen bereits mit einem Sandstrahler die alten Wände gesäubert werden, damit es am 12. Juni mit der künstlerischen Gestaltung losgehen kann. Sturm: „Das ist in den Pfingstferien, wo sich schon Kinder mit ihren Ideen und mit Lackstiften bewaffnet einbringen können.“ Eine Woche später startet dann der Art-Workshop für alle, die in den Ferien keine Zeit hatten.

So weit, so gut. Doch Kunst kostet. In diesem Fall über 13 000 Euro. Folgt der Gemeinderat der Empfehlung des Kulturausschusses, übernimmt die Gemeinde zwar etwaige Restkosten. Der Löwenanteil soll jedoch über Spenden finanziert werden. „Wir hoffen auf große und schnelle Unterstützung der Neurieder“, sagt Sturm. Bürgermeister Harald Zipfel vertraut der Gebefreudigkeit seiner Bürger. „Ich denke, dass einige Parteien und Vereine spenden werden“, meint er. „Und der Bürgermeister sicher auch.“ Das erste Geld ist schon da: Der Wirtschafts-Club Neuried hat eine 1000-Euro-Spende zugesichert.

Carolin Högel


Spendenkonto

Ein Spendenkonto für die Unterführung ist eingerichtet unter:

Wir in Neuried e.V. – WIN

Kreissparkasse München

DE 57 7025 0150 0028 5132 40 BYLADEM1KMS

Zweck: Unterführung Neuried

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