Vonovia-Mieter aus Neuried sauer

Bezahlen für den Lift der Nachbarn

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Mieter am Haderner Winkel in Neuried gehen auf die Barrikaden. Probleme mit ihrem Vermieter hatten sie bereits in der Vergangenheit. Jetzt sorgt die Abrechnung der Betriebskosten für Ärger.

Neuried – Sie haben Briefe geschrieben, es mit dem Mieterverein und Anwälten versucht. Jetzt reicht es den Mietern vom Haderner Winkel in Neuried. Sie fühlen sich von ihrem Vermieter hingehalten. Vonovia verwaltet deutschlandweit rund 350 000 Wohnungen.

„Die Mieter sind stocksauer“, sagt Monika Kohut, die sich als deren Sprachrohr bezeichnet. Sie und ihre Mitstreiter haben beschlossen, eine Versammlung einzuberufen, zu der auch die örtlichen Politiker geladen sind. Kohut und weitere Mieter hatten bereits früher über Probleme mit der Instandhaltung ihrer Gebäude geklagt – damals gehörte die Wohnanlage noch der DeWAG. Jetzt machen sie zusätzlich gegen die Abrechnungspraxis der Vonovia, der die Anlage seit 2014 gehört, mobil. „Dass Betriebskosten steigen, ist normal, aber wie sie steigen und wie sie abgerechnet werden, das ist der Hammer“, sagt Kohut. Der Mieterverein München, der zahlreiche Parteien aus dem Komplex vertritt, bestätigt: „Da werden Posten abgerechnet, die nicht nachvollziehbar sind.“

Für die Abrechnung von 2015 habe der Verein im Februar 2017 bei Vonovia um Einsicht in die Unterlagen gebeten, die der Abrechnung zugrunde liegen. Bislang ohne Erfolg. „Die verzögern immer die Stellungnahme und schicken einem nicht, was man braucht.“ Kohut verärgert: „Wenn bei jeder Wohneinheit nur ein Euro zu Unrecht abgerechnet wird, machen die richtig Kohle.“ Allein in Neuried bewirtschaftet Vonovia 28 Häuser mit insgesamt rund 400 Wohneinheiten.

Eine Mieterin, die aus Angst, ihre Wohnung zu verlieren, anonym bleiben will, schildert ein weiteres Problem. Die Vonovia habe aus den Gebäuden am Haderner Winkel zwei Wirtschaftseinheiten gebildet. Dabei seien Hochhäuser und kleinere Häuser (ohne Lift) gemischt worden. Jetzt bezahlten die Mieter der kleineren Häuser für Wartung und Betrieb der Lifte der größeren Häuser mit. Auch die Wartungskosten für die Rauchabzugsklappen, die nur die Hochhäuser benötigten, müssten sie mittragen.

Die Sprecherin von Vonovia, Bettina Benner, erklärt auf Anfrage unserer Zeitung, da habe die Firma „leider eine falsche Kostenverteilung vorgenommen. Dafür können wir uns nur entschuldigen. Dies werden wir selbstverständlich korrigieren und schnellstmöglich auf unsere Kunden zugehen.“

Für Freitag, 2. März, um 18 Uhr haben die Mieter eine Versammlung in der Aula der Neurieder Grundschule anberaumt. 70 Menschen hätten sich schon dazu angemeldet. „Da dürfte die Post abgehen“, prophezeit Kohut.

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