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Stießen auf ein erfolgreiches Wahljahr an: Marlene Wegner, Leon Zipfel, Christoph Nadler, Toni Hofreiter, Dieter Maier und Corinna Pflästerer (v.li.).

Neujahrsempfang der Neurieder Grünen 

Promi sorgt für volles Haus

Der  Neujahrsempfang der Neurieder Grünen war heuer so gut besucht wie selten - dank eines prominenten Festredners.

Neuried – Ganz unter dem Vorzeichen der Kommunalwahl am 15. März stand der diesjährige Neujahrsempfang von Bündnis 90/ Die Grünen in Neuried. Als prominenten Gastredner hatte man erneut Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Bundestag, gewinnen können – eine Personalie, die am Sonntag für ein volles Haus bzw. eine volle Mehrzweckhalle sorgte. So waren nicht nur Lokalpolitiker aus der Würmtalgemeinde, sondern viele Parteikollegen aus dem näheren Umkreis anwesend. Mit den Worten „Ich kann namentlich nicht alle nennen. Stehen Sie mal alle auf“, beließ es Grünen-Gemeinderätin und Fraktionssprecherin Birgit Zipfel bei einer pauschalen Begrüßung. Alles andere hätte vermutlich auch den Rahmen der Veranstaltung gesprengt. Denn der eng getaktete Zeitplan sah vor dem sehnlichst erwarteten „Hauptakt“ noch etliche andere Programmpunkte vor.

So präsentierten nicht nur Marlene Wegner und Leon Zipfel für Neurieds neu gegründete „grüne Jugend“ ihre Aktionen und Ziele. Auch die beiden Neurieder Spitzenkandidaten für die Kommunalwahl Corinna Pflästerer und Dieter Maier, der von den Grünen unterstützte Bürgermeisterkandidat Harald Zipfel (SPD) sowie Landratskandidat Christoph Nadler stellten sich und ihre Ziele vor. Da war es gut, dass eine andere lokale Größe mit zufällig passendem Namen für eine Auflockerung des Redemarathons sorgte: das Green Ties Jazz Orchestra. Nach einer guten Stunde war es dann endlich soweit: Birgit Zipfel bat Anton, „Toni“ Hofreiter ans Mikrofon. Zuvor hatte der Ortsverband allerdings noch „nachverdichten“ müssen. Zahlreiche Helfer schleppten immer wieder neue Stühle herbei, um wenigstens den meisten Anwesenden einen Sitzplatz zu verschaffen. „Das ist mit Abstand der größte Neujahrsempfang, den ich bei Euch erlebt hab’“, freute sich auch der „Star“ der Veranstaltung über die vielen Gäste.

Eine Katastrophe für den Menschen

In seiner Rede machte der Grünen-Fraktionsvorsitzende einmal mehr deutlich, dass er politische Themen nicht nur wissenschaftlich anzugehen vermag, sondern dass er auch über ein gutes Quantum Überzeugungskraft verfügt. Zunächst reduzierte er die Klimakrise auf das, was sie ist: auf eine Katastrophe für den Menschen. Die Natur, so der Doktor der Biologie, habe viele 100 000 Jahre Zeit, um Probleme zu lösen. Aussterbe-Katastrophen habe es immer wieder gegeben. „Ich sehe niemand hier, der 100 000 Jahre Zeit hat, um sich zu regenerieren“, brachte es Hofreiter auf den Punkt. Naturwissenschaftler seien sehr konservativ, weswegen es wenig überraschend sei, dass die Klimakrise schlimmer sei, als viele erwartet hätten. In Australien „passiert genau das, was Wissenschaftler vor fünf, zehn, 15 Jahren vorhergesagt haben“, fügte er hinzu. Trotz allem sei Panik die falsche Reaktion. Der Mensch habe die Probleme verursacht, also könne er auch etwas dagegen tun. In der Pflicht sieht Hofreiter neben dem Einzelnen vor allem den Staat: „Wir müssen aufhören, Erdgas, Erdöl und Kohle zu verbrennen, und wir müssen an der landwirtschaftlichen Nutzung etwas ändern.“

Rahmenbedingungen für Bahn dringend ändern

Eine Herzensangelegenheit des Politikers ist eine „funktionierende“ Bahn – bezahlbar und pünktlich. Die Rahmenbedingungen müssten dringend geändert werden. „Man kann den Leuten nicht vorwerfen, dass sie fliegen, wenn das billiger ist. (…) Da ist nicht der Einzelne schuld.“ Das könne nur der Staat ändern, so Hofreiter. Aber – und da nahm der Grünen-Politiker den Einzelnen doch noch in die Pflicht – jeder könne mit seiner Wahl bestimmen, wer am Ruder sitze und was in Berlin, aber auch vor Ort entschieden werde. Denn die Demokratie funktioniere in dieser Hinsicht ausgezeichnet.

Abschließend appellierte Hofreiter eindringlich an die Anwesenden, am 15. März an die Wahlurne zu gehen und eine demokratische Partei zu wählen. Rechtsradikale und demokratiefeindliche Strömungen vergifteten die politische Atmosphäre zunehmend. Nach diesem etwas bitteren Ende war es schließlich an Birgit Zipfel, doch noch einen süßen Schlusspunkt zu setzen. Der prominente Gast und bekennende Pralinenliebhaber bekam als kleines Abschiedsgeschenk ein paar lokale Kostproben mit auf den Weg.  mdy

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