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Muss umziehen: Christoph Peters, Leiter der Neurieder Musikschule (l.) und Gitarrenlehrer Henrique De Mirande schleppen Instrumente und Kisten. Sie können in ihren bisherigen Räumen nicht bleiben.

Altbau der Grundschule Neuried

Das nächste marode Bauwerk

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Neuried  - Noch bevor der Ersatz für die marode Mehrzweckhalle ganz fertig gestellt ist, taucht auf dem Neurieder Schulareal die nächste böse Überraschung auf. Schäden an der Grundschule könnten die Ortsmittenplanung erheblich stören.

Die Neurieder Mehrzweckhalle, deren Abriss und Neubau die kleine Gemeinde in ihrer Ortsplanung um Jahre zurückwarf, ist gerade so einigermaßen fertig, da droht schon die nächste ungeplante Baustelle. Der Altbau der Grundschule, der zurzeit saniert wird, ist weit maroder als gedacht. Was als Nachbesserung beim Brandschutz begann, mündet vielleicht demnächst in einem Abbruch. Denn in den Decken des Gebäudes haben sich Risse aufgetan, die die beteiligten Architekten und Statiker bedenklich stimmen. Die Nutzbarkeit ist stark eingeschränkt, das Raumkonzept für Schule, Nachmittagsbetreuung und Musikschule durcheinander geraten.

In den ersten Tagen nach den Sommerferien werden nun eifrig Kisten hin und her geschleppt. Auch die Sitzungen des Gemeinderates finden jetzt im Besprechungsraum im Obergeschoss der Mehrzweckhalle statt. Und das möglicherweise für die nächsten Jahre, sagt Neurieds Bürgermeister Harald Zipfel (SPD). Ob die Sitzungen überhaupt noch einmal im alten, 1959 errichteten Grundschultrakt stattfinden werden, scheint fraglich.

Zipfel hatte sich in der letzten Sitzung des Bauausschusses Kritik anhören müssen, die Gemeinderäte sehr kurzfristig über den Umzug und das Ausmaß der Schäden informiert zu haben. Das habe sich aber erst in den Ferien gezeigt, rechtfertigte sich der Bürgermeister. Im Zuge der Brandschutzsanierung habe man die Verkleidung der Kassettendecke abgenommen und großflächig Risse im Beton festgestellt. „So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagte Zipfel im Ausschuss. „Die Mängel in der Bauausführung sind so offensichtlich, dass ich mich frage, wie diese Decke jemals eine Abnahme bestanden hat.“ Gefahr habe aber nie bestanden, sagte er dem Münchner Merkur. Ein Statiker habe das Gebäude geprüft und das Landratsamt eine eingeschränkte Nutzung bis 2019 erlaubt.

Erste Anzeichen für Probleme gab es bereits im vergangenen Jahr. Damals wurde mit großen Wasserbecken ein Belastungstest durchgeführt, der erste Risse hervorrief. Offenbar aber in einem Rahmen, den man für unbedenklich hielt. Die jetzt festgestellten Schäden machen schon größere Sorgen. Im November soll untersucht werden, ob sich die Risse weiter vergrößern. Dann wird sich vielleicht schon zeigen, ob der Trakt abgerissen werden muss. Dann müssten Ersatzräume her, und die ganze Ortsmittenplanung könnte sich verzögern oder gar durcheinander geraten. Einmal aus finanziellen Gründen, aber auch aus organisatorischen Erwägungen, sagte Zipfel. „Es macht keinen Sinn, erst vorne auf dem Grundstück ein Rathaus zu bauen und dann direkt dahinter die nächste Baustelle anzufangen. Aber bevor wir Pläne für einen Ersatz machen, wollen wir erst sehen, welche Überraschung vielleicht noch wartet.“ Die Gemeinde hat nach dem Desaster mit der alten, einsturzgefährdeten Mehrzweckhalle mittlerweile begonnen, alle ihre Liegenschaften bewerten und begutachten zu lassen. Die Ergebnisse sollen in den nächsten Monaten vorliegen.

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