Nach ersten Schäden

Kritik an Sportboden der neuen Mehrzweckhalle 

Neuried  - Die neue Neurieder Mehrzweckhalle ist empfindlich. Der erste Schaden ließ nicht lange auf sich warten. Jetzt kochen alte Konflikte hoch.

„Es wird alles verkauft, von der Mücke bis zum Elefanten“, wurde der Flohmarkt des Elternbeirats der Neurieder Grundschule angepriesen. Und derzeit kann in Neuried beobachtet werden, wie schnell aus einer Mücke ein Elefant werden kann.

Der Kinder-Flohmarkt Anfang Oktober soll, wie berichtet, Spuren auf dem Boden der neuen Neurieder Mehrzweckhalle hinterlassen haben. Bürgermeister Harald Zipfel berichtet von vielen kleinen Löchern, die dem Boden wohl durch Skistöcke zugeführt worden seien. Zudem seien Abschürfungen festgestellt worden, sagt er. Wie hoch der angerichtete Schaden sei, könne er noch nicht beziffern. Aber klar sei: er werde behoben, und „eine Versicherung wird dafür eintreten müssen“. Thema erledigt, könnte man meinen. Mücke also. Weit gefehlt.

Was muss der Boden einer Mehrzweckhalle aushalten können, ist die große Frage, die in Neuried erneut gestellt wird. Der Boden der alten Mehrzweckhalle war aus PVC und robuster, räumt Zipfel ein. „Aber solche dürfen heute nicht mehr verbaut werden.“ Dass der neue Boden empfindlich sein würde, war lange bekannt. Matten sollten dieses Problem lösen. Das hatte zu einem Konflikt zwischen dem Verein „Kunst & Kultur in Neuried“ und der Gemeinde geführt, da dieser den Aufwand gescheut hatte, die Matten vor jeder Veranstaltung auszulegen. „Der K&K hat seit Halleneröffnung sechs Veranstaltungen in der neuen Mehrzweckhalle durchgeführt, ohne dass dabei Schäden entstanden sind“, sagt der Vorsitzende des Vereins, Hans Hobelsberger. Und das ohne Matten. „Bei normaler Benutzung passiert nichts, aber er ist furchtbar empfindlich.“

Laut Zipfel hätte es beim Flohmarkt Matten geben müssen. So deutlich sei das aber nicht kommuniziert worden, wehrt sich der Vize-Vorsitzende des Elternbeirats und Organisator des Flohmarktes, Andreas Staszewski. Er meint, das sei eine tolle Turnhalle, und wenn nötig, würden die Matten künftig ausgelegt. „Da sieht die Halle noch schicker aus“, findet er. Hobelsberger fragt sich aber mehr denn je, warum der Gemeinderat sich für diesen Boden entschieden hat: „Es ist für eine Mehrzweckhalle nicht der geeignete Boden; das ist meines Erachtens ein reiner Turnboden.“ Und Zipfel bestätigt: „Es ist ein Sport-Boden.“ Nach Hobelsbergers Ansicht muss die Gemeinde dafür sorgen, dass der Boden der Halle, die nun mal eine Mehrzweckhalle ist, in Ordnung bleibt. Und er wundert sich, dass der Gemeinderat einen Beschluss, dass sich die Gemeinde im ersten Betriebsjahr um die Auslegung der Matten kümmern werde, rückgängig gemacht hat.

Zipfel erklärt, diese Entscheidung werde nicht revidiert. Es brauche fünf Mannstunden, die Matten auszulegen und wieder aufzuräumen. Das sei Veranstaltern zumutbar. Die Gemeindeverwaltung arbeite an einer Satzung, die festlege, wie die Halle zu nutzen sei. Bevor dort das nächste Mal alles von der Mücke bis zum Elefanten verkauft wird, könnte es also sein, dass Matten ausgelegt werden müssen.

Victoria Strachwitz

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