+
Oliver Schulze Nahrup, Gemeinderat und Vorsitzender des TSV Neuried kehrt dem BZN den Rücken

Austritt aus Verein und Fraktion

Schulze Nahrup verlässt das BZN

  • schließen

Paukenschlag beim BZN: Gemeinderat Oliver Schulze Nahrup verlässt Verein und Fraktion. Für ihn ein logischer Schritt, die Kollegen sind überrascht.

Neuried – Vor drei Jahren wurde der Neurieder Gemeinderat zuletzt gewählt. Pünktlich zur Halbzeit der Wahlperiode gibt es beim Bündnis Zukunft Neuried (BZN) eine personelle Veränderung, die Folgen hat. Auf eigenen Wunsch verlässt Gemeinderatsmitglied Oliver Schulze Nahrup sowohl den politischen Verein als auch die Fraktion. „Das Vertrauen ist nicht mehr gegeben“, sagt er. Von Anfang an habe man innerhalb der Fraktion nebeneinander gearbeitet, anstatt miteinander. Jetzt zog Schulze Nahrup die Reißleine: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

Zwei Vorfälle führt das Gemeinderatsmitglied als Auslöser für seine Entscheidung an. Zum einen sei nach der Wahl vereinbart worden, dass nach drei Jahren Schulze Nahrup den Fraktionsvorsitz von Siegfried Schopf übernehme. „Das war der Kompromiss, schließlich hatte ich bei der Wahl ohnehin eine Stimme mehr.“ Seine Kollegen sahen das nun anders und beharrten darauf, neu zu wählen. Ergebnis: Schopf blieb an der Spitze der Fraktion, Schulze Nahrup Stellvertreter. „Die Zusage wurde nicht eingehalten“, sagt dieser.

Das zweite Argument für den Austritt sei die Meinungsverschiedenheit mit dem Verein. „Ich wurde gedrängt, meine Aufwandsentschädigung als Gemeinderat an den Verein abzuführen. Dafür gibt es in meinen Augen aber keine rechtliche Grundlage“, so Schulze Nahrup, dem nach eigener Aussage in der Folge das Messer auf die Brust gesetzt und mit Ausschluss gedroht wurde.

Seine Kollegen beim BZN überraschte die Entscheidung. „Er hatte Probleme angedeutet, aber bei der letzten Fraktionssitzung haben wir gesagt, dass wir schon eine Lösung finden“, sagt Schopf. Das war am Mittwoch letzter Woche – am Freitagabend traf Schulze Nahrups Bekanntgabe ein, mit „rudimentärer Begründung“, wie Schopf meint. Im Gegensatz zu seinem Kollegen bezeichnet er die Zusammenarbeit in den vergangenen drei Jahren als gut. „Dass er jetzt zur Halbzeit alle verlässt, ist schade. Aber das ist jetzt Fakt, und damit ist die Geschichte beendet“, so Schopf. „Ich wünsche ihm alles Gute.“

Wie es nun weitergeht, ist noch nicht geklärt. „Vielleicht schließe ich mich mit Bernd Quintenz in einer Ausschussgemeinschaft zusammen“, erklärt Schulze Nahrup. Dann hätte er die Chance, seine Positionen in den Ausschüssen zu behalten. Für das BZN bedeutete dies den Verlust je eines Sitzes in den Gremien des Gemeindesrates, sowohl im Hauptausschuss als auch im Sozialausschuss und im Rechnungsprüfungsausschuss.

Tobias Kuner, Vorsitzender des Vereins BZN und schon häufiger im Clinch mit Schulze Nahrup, stört das wenig. „Im Grunde ist mir der Austritt egal“, sagt er. Noch immer könne die hauseigene Fraktion im Gemeinderat „das Zünglein an der Waage“ sein. „Er wäre wohl 2020 bei der nächsten Wahl ohnehin nicht mehr auf unserer Liste angetreten.“ Insofern habe ihn der Rückzug selbst nicht überrascht – lediglich der Zeitpunkt.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Für immer Augustiner
Bruder Christian hat sich entschieden – für das Leben in der Gemeinschaft der Augustiner. Der 37-jährige Doktor der katholischen Theologie legt am Samstag die feierliche …
Für immer Augustiner
Wirte wütend: „Die reinste Schikane“
Er zählt zu den bayerischen Traditionsgerichten und ist fester Bestandteil jeder Brotzeit: der Obazde. Eine neue Verordnung der EU könnte das ändern. Wer die …
Wirte wütend: „Die reinste Schikane“
Alle Logos ausgetauscht
Die Umwandlung ist abgeschlossen: Alle sechs Würmtaler Tengelmann-Filialen wurden in den vergangenen Wochen zu Edeka-Märkten. Als Letzter war am Mittwoch der Supermarkt …
Alle Logos ausgetauscht
Planegg setzt der Linken eine Frist
21 Parteien stehen auf dem Wahlschein für die Bundestagswahl am 24. September. Für alle gelten in Planegg in Sachen Plakatierung dieselben Regeln. Eine Partei schert das …
Planegg setzt der Linken eine Frist

Kommentare