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Zu vermieten: Der Eigentümer bewirbt bereits die geplanten Flächen. Wann er bauen darf, ist ungewiss.

Verkehrskonzept in der Kritik

Behörde kritisiert Hettlage-Planung

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Das aktuelle Konzept für das Hettlage-Areal steht in der Kritik des Straßenbauamts. Zwischenzeitlich schien es sogar schon hinfällig.

Neuried – Der Zeitplan für die Entwicklung von Gewerbeflächen und Wohnungen auf dem Hettlage-Areal ist ins Stocken geraten. Es ziehen wohl noch Monate ins Land, bis der Entwurf für einen Bebauungsplan erneut der Öffentlichkeit und den Behörden vorgelegt werden kann. Und ob das Konzept danach vor Gerichten Bestand haben wird, ist fraglich.

Während der letzten Monate sah es zwischenzeitlich sogar so aus, als wären wieder einmal alle Planungen für den Papierkorb. Erst Monate nach der ersten öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans im Juli änderte sich die Faktenlage so, dass es überhaupt der Mühe wert erschien, die umfangreichen Einwendungen zu diskutieren, die im Sommer eingegangen waren.

Dafür reichten zwei abendfüllende Sitzungen des Bauausschusses in dieser Woche nicht aus. Vor Mitte Januar wird dieser wichtige Verfahrensschritt nicht abgeschlossen sein. Aber ohne eine gründliche Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen bieten sich zusätzliche Angriffsflächen in Gerichtsverfahren, mit denen fest zu rechnen ist. Für viele Nachbarn sind die geplanten Gebäude zu hoch, ist die erwartbare Lärmbelastung nicht hinnehmbar.

Inzwischen sind für die Gemeinde tätige Juristen und Planer jedoch zuversichtlich, etwaige Normenkontrollklagen überstehen zu können, zumindest zuversichtlicher als noch im Juli, als der aktuelle Planentwurf in die Öffentlichkeitsbeteiligung ging.

Der kritische Punkt ist aus Sicht der Experten der Lärmschutz. „Würde man auf der grünen Wiese planen, würde man nie ein Gewerbegebiet so nah an einem reinen Wohngebiet bauen können, wie es in der Karwendelstraße besteht“, sagte Thomas Maly vom Planegger Ingenieurbüro Müller-BBM im Bauausschuss. Nur weil das Gewerbegebiet in Teilflächen gegliedert wird, auf denen jeweils unterschiedlich viel Lärm erzeugt werden darf, ist überhaupt Gewerbeansiedlung möglich. Eine 20 Meter hohe Riegelbebauung im östlichen Teil soll die Wohnhäuser an der Karwendelstraße abschirmen, so ist im westlichen Teil etwas mehr Lärm möglich.

Es braucht aber noch einen weiteren Kniff. Weil es auf dem Hettlage-Areal bereits Gewerbe gab, die Gegend also in gewissem Maß vorgeprägt ist, kann die Gesamtsituation als sogenannte Gemengelage definiert werden, sagen die Planer. Damit würden etwa in der Karwendelstraße nicht mehr Lärmgrenzwerte für reine Wohngebiete gelten, sondern Mittelwerte zwischen den Grenzen für Wohn- und Gewerbegebiete. Sonst wären die Lärmkontingente so klein, dass kaum ein Gewerbebetrieb sie auch nur auf dem Papier einhalten könnte. Und bis vor drei Wochen, als ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts die bisherige Rechtsprechung relativierte, schien das Konzept der Lärmkontingente relativ aussichtsreich anfechtbar. Jedoch bleibt die Gemengelage-Definition potenziell angreifbar.

Der aktuelle Planentwurf hat noch eine Schwachstelle, die ihn zu Fall bringen könnte. Die Verkehrserschließung soll für das Gewerbegebiet im nördlichen Teil des Areals über eine neue Straße von der Forstenrieder Straße direkt zur M 4 erfolgen, ohne das im Süden geplante Wohngebiet zu belasten. Diesem Vorhaben hatte das zuständige Straßenbauamt im Juli eine klare Absage erteilt. Es dürfe keine weitere Anbindung an die M 4 zwischen den Ampeln an der Zugspitzstraße und der Forstenrieder Straße geben. Damit hätte der Gewerbeverkehr auch durch das neue Wohngebiet geführt werden müssen, womit das Gesamtkonzept hinfällig geworden wäre.

Erst Monate später öffnete die Behörde nachträglich einen möglichen Ausweg. Die Gemeinde könne mit einem Verkehrsgutachten nachweisen, dass eine neue Einmündung keinerlei Probleme für die Nachbarkreuzungen ergebe. Man sehe das Konzept aber weiterhin sehr kritisch.

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