Ortmitte Neuried

Garage für Ortsmitte zu knapp kalkuliert

Neuried - Das Geld für eine zweite Tiefgaragenebene unter der neuen Ortsmitte will sich die Gemeinde Neuried gerne sparen. Doch das geht wohl nur, wenn sie ein Parkdeck neben der Mehrzweckhalle baut.

In der Neurieder Ortsmitte, rund um die Gautinger Straße, gibt es Parkplätze in ausreichender Zahl. Zu diesem Urteil kommt Birgit Kastrup vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München, die in dieser Woche ein Parkraum- und Mobilitätskonzept im Bauausschuss des Neurieder Gemeinderates vorstellte. Die 42 öffentlichen Stellplätze seien zwar durchweg hoch bis sehr hoch ausgelastet, allerdings nicht überlastet. „Die eher geringe Parkdauer an den Straßenrandstellplätzen in der Gautinger Straße deutet darauf hin, dass sich die Parker überwiegend nur kurz in den Geschäften aufhalten“, sagte Kastrup.

Zudem verdeutliche sie, dass die Parkraumbewirtschaftung ihre erwünschte Wirkung zeige. Auch bei den Fahrradstellplätzen, die in Neuried ausschließlich vor Geschäften und Bushaltestellen zu finden sind, hatte die Stadtplanerin zahlenmäßig keine Beanstandung. Die Qualität einiger Radabstellanlagen sei jedoch verbesserungsfähig.

Handlungsbedarf sieht Kastrup vor allem bei der Stellplatzzahl in der geplanten Tiefgarage, die im Rahmen des Neubauprojektes nördlich der Staatsstraße mitsamt Wohnungen und neuem Rathaus entstehen soll. Die Kalkulation sei mit 200 Stellplätzen zu knapp. Das seien rund 34 Plätze zu wenig. Und fliege das Parkdeck, das über dem Parkplatz neben der Mehrzweckhalle errichtet werden soll, wieder aus der Planung, dann stiege das Defizit sogar auf 68 Plätze.

Es gebe freilich noch die Option, so Kastrup, die Tiefgarage zu erweitern, aber nur wenn der marode Schulbau nebenan abgerissen und nicht saniert werden sollte. „Dadurch könnten 24 Plätze gewonnen werden“, rechnete Kastrup vor. Aber ein Defizit bleibe. Ihr Vorschlag: Durch die Verlegung von Technik und Lager für die Tiefgarage in ein zweites Untergeschoss würde im ersten Geschoss mehr Platz geschaffen.

Diese Idee stieß aufgrund der Mehrkosten nicht auf allzu große Gegenliebe im Bauausschuss. Mechthild von der Mülbe (SPD) schlug vor, die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Car-Sharing-Dienste stärker zu bewerben, um somit den Einsatz von Autos grundsätzlich zu reduzieren. Auch warf sie die Frage auf, ob für jede in der Ortsmitte geplante 80-Quadratmeter-Wohnung tatsächlich 1,5 Stellplätze in der Tiefgarage veranschlagt sein müssten.

Ob man Auto fahre oder nicht, wollte sich jedoch Michael Zimmermann (CSU) nicht vorschreiben lassen. Und Robert Hrasky (BZN) vertrat die Ansicht, dass gerade im ländlicheren Bereich, zu dem er Neuried zählt, trotz guter Bus- und U-Bahnanbindungen, der Trend zu eher mehr Autos pro Haushalt gehen würde als zu weniger. Somit sei auch der Bedarf an Parkplätzen da.

Carolin Högel

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