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Ecke Zugspitz-/Wettersteinstraße: Durch das Sammeln von Unterschriften will Monika Katzsch erreichen, dass die Buslinie 269 nicht länger durch die häufig engen Straßen ihres Wohnviertels fährt. 

Unterschriftensammlung

Bürger protestieren gegen Buslinie 269

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Der Bus mit der Nummer 269 macht Neurieder wütend. Sie sammeln Unterschriften, um eine neue Haltestelle wieder abzuschaffen. Vermutlich wird ihrem Wunsch entsprochen – vorerst.

Neuried – Wenn Monika Katzsch aus ihrem Fenster an der Neurieder Zugspitzstraße blickt, sieht sie neuerdings regelmäßig einen großen Bus. Die Linie 269 hat seit Dezember zwei Haltestellen mehr (wir berichteten) und fährt direkt bei Katzsch vorbei, um in die Wettersteinstraße abzubiegen. Dieser Bus bringt sie in Rage. Da würden Steuergelder verschwendet, um die Umwelt zu verschmutzen, findet sie.

Monika Katzsch ist mit ihrer Kritik nicht alleine. „Hier fahren Busse im Kreis, die keiner braucht“, beschweren sich Antonie und Peter Flotzinger aus der Wettersteinstraße bei Bürgermeister und Gemeinderat. Die öffentlichen Verkehrsmittel an der Neurieder Straße genügten den Anliegern und seien gut zu Fuß erreichbar, sagt Katzsch. Außerdem: „Die meisten Leute fahren Auto.“ Sie hat nichts für die neue Linie in ihrem Viertel übrig. „Morgens um 5.50 Uhr braucht den Bus überhaupt niemand, da fallen wir alle aus den Betten.“ Kurzum: Der Bus sei nicht nur überflüssig, er belästige die Anwohner.

So sieht das auch Daniel Pelke: „Der Bus wird nicht benutzt. Es wurde nie jemand gefragt, ob es das braucht, und die lokalen Gegebenheiten passen nicht.“ Die Wettersteinstraße sei zu eng für den Bus. Das hätte sich vorher mal jemand anschauen sollen, meint Monika Katzsch. „Wir wollen hier keine Haltestelle, die brauchen wir nicht.“

Seit vergangenem Freitag sammeln Anwohner Unterschriften gegen den Bus in ihrer Straße. „Ich habe schon zwölf“, erklärt Monika Katzsch. „Ich denke, wir kriegen 50 zusammen.“ Daniel Pelke hat zuhause schon Listen mit 20 bis 30 Unterschriften liegen. Bürgermeister Harald Zipfel hat nach eigenen Angaben bislang Besuche, Briefe oder Mails von zehn Anwohnern empfangen, die den Bus als Beeinträchtigung ihres Leben empfinden. „Da wohnen 2000 Leute“, erklärt der Bürgermeister. Es brauche also viele Unterschriften, um die Haltestelle an der Zugspitzstraße wieder abzuschaffen.

Dennoch hat Zipfel einen Lichtblick für die genervten Anwohner: „Es könnte sein, dass die Haltestelle erst mal wegfällt.“ Der Busunternehmer spreche bereits mit dem MVV. „Denn der große Bus tut sich schon schwer“, weiß auch Zipfel. Am Montag gab es bereits eine Überraschung: Katzsch sah den Bus nicht. „Vielleicht kommt er wegen des Schnees nicht mehr durch“, meint sie. Dafür habe sie einen Krankenwagen und zwei Fahrzeuge der Neurieder Feuerwehr erblickt. Sie vermutet, die hätten eine Probefahrt durch die Straße unternommen. Schließlich habe der Bürgermeister in einem früheren Bericht des Münchner Merkur gesagt, „ich glaube, dass da nicht unbedingt ein Rettungswagen durchkommt. Das ist fatal.“ Katzsch entgegnet: „Die kommen immer durch.“

Sollte der Bus die Haltestelle Zugspitzstraße jetzt nicht mehr anfahren, ist das Thema nicht grundsätzlich vom Tisch. Zipfel strebt eine Abdeckung des Gebietes durch den öffentlichen Nahverkehr an. Er sieht Bedarf. „Man kann nicht nach zwei Wochen sagen, da sitzt ja morgens gar keiner drin.“ Ihm schwebt ein kleiner Elektrobus vor. Daniel Pelke meint dazu: „Ich glaube, der ist immer noch überflüssig, aber er belastet dann die Anwohner nicht.“

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