Auf der Suche nach Einsparpotenzial

„Wir haben kein Füllhorn“

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Der östliche Trakt der Neurieder Grundschule muss abgerissen werden. Das Problem: Die Gemeinde hat eigentlich kein Geld. Und sucht nun nach Einsparpotenzial beim Ersatzneubau.

Neuried – Finanziell auf Rosen gebettet ist die Gemeinde Neuried nicht. Einen neuen Grundschultrakt muss sie dennoch bauen, da der östliche Riegel der Schule abgerissen werden muss. In der Sitzung des Bau- und Umweltausschusses am Dienstag stellte Architekt Peter Oppenheimer den aktuellen der Entwurfsplanung vor, insbesondere die Einsparungsmaßnahmen.

Aus Kostengründen habe er bei den Grundrissen „das Gebäude geschrumpft, wo das möglich ist“, sagte der Architekt. Die Klassenräume sollen nun statt 72 m2 nur noch 66 m2 groß werden, da Klassenzimmer nur bis zu dieser Größe staatlich gefördert werden.

Schmalere Gänge, dafür zwei Räume mehr

Auch wurden Flure und Verbindungsgänge auf das notwendige Mindestmaß verschmälert, ein zweiter Aufzug „ist wieder rausgefallen“, so Oppenheimer. Stattdessen soll der bestehende Aufzug im Kopfbau aufgestockt werden. Durch Raumoptimierung und eine Neuausrichtung der Treppe habe er eine „kompakte Lösung“ mit zwei zusätzlichen Räumen gefunden, führte Oppenheimer weiter aus. Und eine Dusche für Schüler, die ursprünglich im Erdgeschoss hätte entstehen sollen, wurde ebenfalls wieder gestrichen, da diese sanitäre Einrichtung einen Aufbau für eine Lüftungsanlage auf dem Dach nötig gemacht hätte.

Die Räume für die Musikschule im Souterrain wurden auf verschiedene Instrumentengruppen abgestimmt, weil diese unterschiedliche räumliche Anforderungen hätten „damit sie zum Tragen kommen“. Für die Detailplanung werde noch ein Akustiker herangezogen, erklärte Oppenheimer.

Michael Zimmermann und Andreas Giese (beide CSU) wollten wissen, ob die abgeänderte Variante mit der Schulleitung abgesprochen sei, was das Projektteam, in der Sitzung vertreten durch Architekt Oppenheimer und Bauamtsleiter Andreas Braun, bestätigte. Das Gremium billigte den Entwurf.

Fenster und Fassadengestaltung in der Diskussion

Zur Debatte stand auch, wie die Fenster gestaltet werden sollen. Drei Varianten wurden vorgestellt: eine mit Fensterbrüstungen auf ein Meter Höhe, eine mit Brüstungshöhen von 0,85 Meter und eine Mischvariante, die in den Klassenzimmern 0,85 Meter und in den Gängen ein Meter hohe Brüstungen vorsieht. Durchgängig 0,85 Meter hohe Brüstungen würden etwa 70 000 Euro teurer als ein Meter hohe, die Mischform um etwa 35 000 Euro.

„Diese 15 Zentimeter genießen genau die Schüler, die am Fenster sitzen“, führte Eric Kirschner (SPD) an. „Wir haben kein Füllhorn“, sagte er weiter. Aus Kostengründen habe man sich ja auch entschieden, nur die Klassenzimmer mit Lüftungsanlagen auszustatten. „Ist es tatsächlich sinnvoll, dass die Kinder im Unterricht aus dem Fenster schauen können müssen?“, so Mechthild von der Mülbe (SPD). Der Ausschuss votierte mit 8:1 für die Mischvariante.

Besondere Aufmerksamkeit bekamen auch die Fassadenvarianten. Oppenheimer erläuterte die Vor- und Nachteile einer Putzfassade mit Wärmedämmungsverbundsystem (WDVS), Faserzementplatten und einer Holzverkleidung. Für die WDVS-Fassade sprach sich nur Michael Zimmermann aus. Die von Oppenheimer aufgeführten Folgekosten für die Entsorgung des Dämmmaterials als Sondermüll in etwa 50 Jahren tat er mit dem Argument ab, dass aus dem Gremium da ohnehin keiner mehr lebe. Birgit Zipfel widersprach Zimmermann mit Blick auf die Folgekosten vehement: „Ich denke, das macht kein verantwortungsvoller Gemeinderat mehr. Diese Zeiten sind vorbei.“ Der Bau- und Umweltausschuss votierte für eine Holzfassade, welche durch farbige Faserzementplatten unterbrochen wird. Was die Energieeffizienz des Gebäudes anbelangt, entschied sich das Gremium dafür, den selbstauferlegten KfW-Standard 55 nicht durch den Standard der aktuellen Energieeinsparverordnung zu ersetzen, auch wenn das laut Oppenheimer den Bau um 55 000 Euro günstiger machen würde.

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