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Die Redner des Abends (v.li.): Oliver Bär (Vorsitzender des Wirtschaftsclubs Neuried, Christiane Loge (Wirtschaftsförderin der Gemeinde) und Bürgermeister Harald Zipfel.

Wirtschaftsempfang der Gemeinde Neuried

Vorfreude auf neues Gewerbe

Neuried - Über 100 Neurieder Unternehmer trafen sich am Freitagabend zum Neujahrsempfang der Wirtschaftsförderung der Gemeinde. Dabei kamen auch wichtige Themen der Ortsentwicklung zur Sprache.

Nach zwei musikalischen Beiträgen – die Wirtschaftsbeauftragte der Gemeinde, Christiane Loge, sang zwei Lieder in Begleitung von Andreas Porsch (Klarinette) und Harald Laubenstein (Klavier) – begrüßte Bürgermeister Harald Zipfel die Anwesenden. In seiner Vorschau auf das Jahr 2017 startete er mit einem Thema, das ihm, wie er sagte, sehr wichtig ist: die „Marke Würmtal “. Den medialen Abgesang auf die selbige wollte er so nicht stehen lassen: „Krailling will sie nicht mehr. Wir schon.“ Die Marke Würmtal sei keineswegs tot. Man brauche zwar kein Logo, aber eine gemeinsame Plattform, wie eine Internetseite, schon, so Zipfel. Ein guter Anfang sei ja bereits mit der im letzten Jahr begonnenen Ausbildungsplattform gemacht. „Wir müssen einfach die Synergien der Würmtal-Gemeinden nutzen“, mahnte der Bürgermeister. Als Beispiele nannte er einen Straßenmeister für alle fünf Kommunen oder die Anschaffung nur eines Baggers für die Bauhöfe.

Das Ablehnen der Kraillinger Gemeinderäte der vier erarbeiteten Kennwerte der Marke Würmtal: „erstklassig, stolz, geistreich, privilegierte Lage“ sehe er kritisch. Zipfel: „Ich stehe dazu, dass die Lage unseres kleinen gallischen Dorfes vor den Toren Münchens erstklassig und privilegiert ist.“

Was die Themen Rathaus-Neubau und Ausbau der Gautinger Straße angeht, zeigte sich der erste Bürgermeister zuversichtlich, dass diese Herausforderungen noch im ersten Halbjahr 2017 offensiv mit einer Bürgerbeteiligung angegangen werden. Eine weitere erfreuliche Entwicklung zeichne sich auch beim Neurieder Dauerprojekt Hettlage-Areal ab, berichtete Zipfel. Im Bauausschuss nächste Woche gebe es mehr Details. Zipfel deutete aber zumindest an, dass das entstehende Gewerbegebiet auf jeden Fall eine Kombination aus Arbeiten und Wohnen sein wird. „Zur Ansiedlung neuen Gewerbes benötigt man einfach neuen Wohnraum.“

Wirtschaftsbeauftragte Christiane Loge konkretisierte die Hettlage-Pläne noch in ihrer Ansprache, indem sie Anfang 2019 als Fertigstellungstermin des neuen Gewerbegebietes nannte, und forderte die Gäste auf, sich einen Namen für das Areal auszudenken und in eine vorbereitete Ideenliste einzutragen: „Wir wollen einfach von dem Namen Hettlage wegkommen.“

Loge hatte noch weitere gute Nachrichten im Gepäck: „2017 wird das Beschilderungssystem für das alte Gewerbegebiet am Hainbuchenring kommen.“ Außerdem freue sie sich über 77 gewerbliche Neuanmeldungen allein im letzten Jahr. Weg von der Globalisierung, hin zu den heimischen Märkten.

Diesen Trend bestätigte der dritte Redner des Abends, Oliver Bär, Vorsitzender des örtlichen Wirtschaftsclubs. Er veranschaulichte das an Donald Trumps Vorgehen bei der Automobilfirma Ford. Dem designierten US-Präsidenten sei es jüngst gelungen, eine neu geplante Ford-Autowerkstätte in Mexiko zurück in die USA zu verlegen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sei das Schaffen von Wohnraum in der Gemeinde für Mitarbeiter örtlicher Betriebe. Bär: „Nur so können wir der Einflussnahme der Landeshauptstadt, die etwa U-Bahnbau gegen Wohnungen im Randgebiet anbietet, entgegenwirken.“ Wenn in München Wohnraum knapp sei, gelte das ebenso für die Umlandgemeinden.

2017 möchte sich der Wirtschaftsclub vor allem auf das Beleben der Ortsmitte konzentrieren. Bär: „Wir müssen schauen, dass die Menschen gerne hier rausgehen und einkaufen. Die Kommunikation muss gefördert werden.“ Der Verein plane deshalb am 15. Juli ein „White Dinner“ auf der Gautinger Straße: weiß gekleidete Menschen, die mit eigenem Stuhl und Tisch die Ortsmitte mit Leben erfüllen und ein schönes Fest feiern.

Carolin Högel

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