Ende der Wasserversorgung aus Quelle im Loisachtal droht

Neuried will sich mit Gutachten wehren

Die Gemeinde Farchant und das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen wollen Neuried den Wasserhahn zudrehen. Die Gemeinde sol nur bis 2025 – über den Zulieferer Stadtwerke München (SWM) – aus der Quelle im Loisachtal gespeist werden.

Der Gemeinderat beschloss nun, sich mittels eines Gutachtens gegen die Verordnung zu wehren. Dieses soll belegen, dass Neuried keine Option zu einer eigenständigen Wasserversorgung besitzt. Insbesondere Bernd Quintenz (W-BIN) verwies intensiv darauf, eine weitere Versorgung über die SWM sicherzustellen: „Wir sollten darauf pochen, auch in Zukunft das Wasser aus München zu bekommen.“ Eine eigenständige Versorgung Neurieds, wie im Farchanter Bescheid angeregt, sei nicht möglich. Er selbst habe miterlebt, wie in den 1950er-Jahren Giftmüll in der Gemeinde abgeladen worden sei. „Die Bereiche, in denen Brunnen möglich sind, sind verseucht. Das Grundwasser in Neuried ist nicht nutzbar.“

Bauamtsleiterin Dagmar Hasler legte die Möglichkeiten der Gemeinde offen: „Eine Eigenversorgung Neurieds steht nicht zur Debatte.“ Allenfalls durch ein Einklinken im Würmtal-Zweckverband sei die vom Wasserhaushaltsgesetz vorgesehene ortsnahe Versorgung theoretisch machbar. Doch auch diese Möglichkeit scheidet für Hasler aus: „Bei einem Neurieder Anschluss an den Würmtal Zweckverband hat dieser auf Dauer mangelnde Vorräte. Wir werden von ihm eine Stellungnahme einfordern, dann ist die Sache gegessen.“ Denn auch Folgendes hatte im Schreiben, welches im Januar in der Gemeinde eingegangen war, gestanden: Sollte Neuried keine alternative Gewinnungsmöglichkeit von Trinkwasser haben, läuft die Versorgung über das Loisachtal und die SWM bis Vertragsende 2045 weiter.

Es liegt nun an der Gemeinde, nachzuweisen, dass dies der Fall ist. Einstimmig entschied das Gremium, die Verwaltung damit zu beauftragen, das hierfür erforderliche Gutachten erstellen zu lassen.

Michael Grözinger

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