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Tobias Kuner (l.) und Felix Lechner im Planai-Stadion in Schladming, in dem an diesem Samstag die Special Olympics mit rund 2700 Athleten eröffnet werden.

Macher der Eröffnungsshow

Neurieder organisieren die Special Olympics

Die weltweit größte Sportveranstaltung 2017 beginnt dieses Wochenende in Schladming. Zwei Neurieder sind für die Eröffnung der „Special Olympics“ verantwortlich.

Neuried– Das Olympische Feuer brennt wieder. Rund 2700 geistig und mehrfach behinderte Athleten aus 107 Nationen treten diese Woche in Österreich an. Bei den „Special Olympics World Winter Games“ werden sie skifahren, langlaufen, schneeschuhlaufen und noch einiges mehr. Die Eröffnungsfeier in Schladming haben zwei Neurieder ausgeheckt: Tobias Kuner (48) und Felix Lechner (29).

Zwei Jahre Arbeit für die Show

Die entscheidende Rolle bei der Olympiade spielt Kuner. Die Eröffnungs- und die Abschlussfeier sind seine Babys. Und zwar komplett, vom Konzept bis zur Umsetzung. Dass 15 000 Zuschauer und fast 4000 Sportler und Trainer an diesem Samstag eine große Show geboten bekommen, haben sie ihm zu verdanken. Zwei Jahre lang hat er dafür gearbeitet.

Tobias Kuner bringt Helene Fischer zum Englisch singen

Für die Athleten und das Publikum stellt Kuner bei der Eröffnungsfeier die Welt auf den Kopf: Was, wenn Menschen mit geistiger Behinderung die so genannten Normalen wären und diese wiederum die Fremden und Unbekannten? Eine Tänzerin mit Down-Syndrom hat die Hauptrolle in der Geschichte. Kuner hat Helene Fischer überzeugen können, erstmals auf Englisch zu singen. Ihr Lied „Fighter“ feiert in Schladming Premiere. Der US-Künstler Jason Mraz wird auftreten, und das Wiener Staatsopernballett wird sich mit der Tanzgruppe „Ich bin o.k.“ zusammentun.

„Mit unserem Konzept haben wir uns gegen acht österreichische Agenturen durchgesetzt“, sagt Kuner stolz. Der Neurieder hat 15 Jahre Erfahrung, was große Sportereignisse betrifft. In Schladming war er bereits bei der Ski-WM vor vier Jahren dabei. Auch die Eröffnung der Alpinen Skiweltmeisterschaft 2001 in St. Anton war sein Werk.

Felix Lechner koordiniert den Einlauf - ohne Generalprobe

Seine Ideen und Konzepte kann Kuner mit Hilfe seines Netzwerks umsetzen. Zu diesem gehört Felix Lechner. Der Neurieder arbeitet seit einem Jahr an dem Projekt mit. Er ist dafür zuständig, den Einlauf der Athleten zu koordinieren. Keine leichte Aufgabe, zumal diese niemals an einer Probe teilgenommen haben. Gut 200 freiwillige Helfer werden ihn bei seiner Arbeit unterstützen.

Beiden Neuriedern liegt diese Olympiade am Herzen. „Der Sport, den wir hier erleben, ist so echt, so authentisch und so freudvoll“, sagt Kuner. Korruption und Doping seien kein Thema. „Wenn ein Athlet hier den Mut hat, sein Können zu zeigen, explodiert er danach vor Freude.“ Und Lechner ergänzt: „Hier geht es nicht so sehr um das Gewinnen, sondern um das Teilnehmen.“

Nächstes Ziel: Special Olympics World Summer Games 2019 in Abu Dhabi

Für beide ist es nach diesem Wochenende in Schladming noch nicht vorbei. Die Abschlussfeier in Graz am kommenden Freitag, 24. März, will ebenfalls organisiert sein. „Unser Bestreben ist es, 2019 bei den Special Olympics World Summer Games in Abu Dhabi dabei zu sein“, sagt Tobias Kuner über seine weiteren Pläne. In Neuried sollen also weiter Veranstaltungen mit Rang und Namen ausgetüftelt werden.

Victoria Strachwitz

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