Neurieds Ortsmitte bekommt ein neues Gesicht

Neuried - Im Herzen Neurieds rollen ab Juni die Bagger. Der lang geplante Neubau auf dem Hunger-Grundstück an der Gautinger Straße wird Wirklichkeit.

Endlich bekommt die Neurieder Ortsmitte ein neues Gesicht. Die brachliegende 2850 Quadratmeter große Kiesfläche gegenüber dem Café Vorort weicht fünf Reihenhäusern und einem Mehrfamilienhaus. Die maroden Garagen hinter dem Stemmer-Anwesen Gautinger Straße vier fallen der Abrissbirne zum Opfer. Das kleine denkmalgeschützte Haus bekommt Nachbarn, weil die Pläne des Investors, der Büschl-Gruppe, nicht mehr länger in der Schublade liegen müssen.

Insgesamt 1300 m² beträgt die neue Wohnfläche. Lediglich ein Zwischenraum von fünf Metern Abstand bleibt zwischen dem östlichen Baukörper bis zum Stemmer-Haus entlang der zwölf Meter langen Rückfront des historischen Gebäudes. Aber auch das kleine Stemmer-Anwesen präsentiert sich mit veränderter Fassade. Genehmigt wurde jetzt von Denkmalschutzamt wie Bauausschuss der Ausbau des Dachgeschosses. Erhalten wollen die Bauherren auch eine majestätische Eiche an der nördlichen Grundstücksgrenze. Geringfügig verschiebt sich deshalb die Baugrenze nach Süden, eine Entscheidung, die der Bauausschuss erst am Dienstag absegnete.

Der Startschuss zum Neubau unter Beteiligung des Münchner Architekturbüros Huber Lischka konnte fallen, weil das Haupthindernis endlich ausgeräumt ist. Eine unmittelbar westlich ansässige Zimmerei hatte Kaufinteressenten mit inzwischen nicht mehr zulässigen Lärmpegelwerten verschreckt. Obwohl der Bebauungsplan hier bisher Mischgebiet ausweist, gab es Konflikte. Jetzt hat der Traditionsbetrieb die Konsequenzen gezogen und verlagert seinen Betrieb nach außerhalb. „Leider können wir nicht in Neuried bleiben“, bedauert der Firmeninhaber. „Wir kämpfen hier mit einem grundsätzlichen Problem“, so Johann Remsperger. „Selbst wenn eine Fläche für Gewerbe ausgewiesen ist, darf sich ein produzierender Betrieb dort noch lange nicht ansiedeln.“ Laut Dagmar Hasler vom Bauamt kann der Zimmerer aus Lärmschutzgründen auch nicht ins Gewerbegebiet am Neurieder Hainbuchenring ausweichen. Teile des Zimmereibetriebs sind bereits abgebaut. Remsperger hat diese Hälfte seines Grundstücks an Büschl verkauft. Ein Kaufinteressent wird dort zwei Doppelhaushälften errichten, sobald er zusätzlich den westlichen Streifen des bisherigen Hunger-Grundstücks erworben hat.

Nichtstörendes Gewerbe, sprich Einzelhandel, wird in Zukunft Neurieder Bürger an die Vorderfront des Hunger-Grundstücks locken. Entlang der Gautinger Straße entstehen auf einer Fläche von 350 Quadratmetern zusätzlich Wohnungen, im Erdgeschoss soll ein Laden eröffnen. Erste Vorarbeiten auf dem Bauareal sind schon im Gange. Die Firma SakostaCAU bohrt in zehn bis 20 Metern Tiefe, um die Neubauten per Geothermie beheizen zu können.

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