Über ein Jahr nach Todesfall im Altenheim

Noch immer kein Obduktions-Ergebnis

Todesursache unbekannt. Vor über einem Jahr starb eine Bewohnerin des Kraillinger Caritas-Altenheims nach einer Überdosis Medikamente. Bis heute ist die Obduktion nicht abgeschlossen.

Krailling – Ihr Medikament hat sie zu oft verabreicht bekommen. Das steht außer Frage. Doch ob die Seniorin, Jahrgang 1942, daran gestorben ist, ist auch nach über einem Jahr unklar. Das wirft die Frage auf: Warum steht das Ergebnis der Obduktion immer noch aus?

Die Bewohnerin des Kraillinger Caritas-Altenheims Maria Eich war am 5. Februar 2016 nach einer fehlerhaften Medikamentengabe im Klinikum Starnberg verstorben (wir berichteten). Bis heute liegt der Staatsanwaltschaft München II, die damals den Fall übernommen hat, kein Obduktionsergebnis vor. Bereits im September vergangenen Jahres hatte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ken Heidenreich angekündigt: „Es dauert noch vier Wochen.“ Die sind längst verstrichen. „Es tut sich was“, sagt Staatsanwalt Ken Heidenreich jetzt. Mehr könne er nicht sagen und bittet weiter um Geduld.

Die Sprecherin der Caritas, Adelheid Utters-Adam, ist geduldig. Doch für die Mitarbeiter des Altenheims bleibt es eine Hängepartie. Die Frage, wie schwerwiegend ihr Fehler damals war, als sie der Seniorin zu viele Medikamente verabreicht hatten, steht weiter im Raum. „Das ist eine schwierige Situation. So ein schwebendes Verfahren ist eine große Belastung für die Mitarbeiter“, sagt Utters-Adam. Sie weiß auch nicht, warum die Obduktion so lange dauert.

Die Caritas hatte nach dem Tod der Bewohnerin umgehend Maßnahmen ergriffen, für die sie von Fachleuten gelobt wurde. Sie hatte die Heimaufsicht im Starnberger Landratsamt und die Kriminalpolizei informiert, sobald das Personal die Überdosis bemerkt hatte. Außerdem hatten die Geschäftsführerin der Altenheime, Doris Schneider, und die Altenheimleiterin Diana Sturzenhecker nach dem Todesfall ein Schreiben an die Bewohner und deren Angehörige geschickt. Darin hatten sie den, wie sie erklärten, „sehr bedauerlichen Vorfall“ geschildert und das weitere Vorgehen sowie die Konsequenzen erläutert. „Wir haben den Mitarbeitern sofort Supervision vermittelt und die Prozesse der Medikamentenvergabe umgestellt“, sagt Utters-Adam. Seitdem warten alle gespannt auf das Ergebnis der Obduktion.

Victoria Strachwitz

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