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Von der Idee bis zum festigen Produkt: Sigrid Ladig entwirft Unterwäsche für behinderte Menschen

Unterwäschen-Design aus Gräfelfing  

Gräfelfing - Sigrid Ladig entwirft Unterwäsche für Menschen mit Behinderung - bis dato eine Marktlücke. Jetzt tritt sie mit ihrer Idee im Wettbewerb "Reife Leistung" an.

Sigrid Ladig hat vor gut fünf Jahren eine Marktlücke für sich entdeckt. Sie entwirft Unterwäsche für Leute mit einer Behinderung oder einer momentanen Verletzung, durch die sie in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind. Jetzt ist sie nominiert für einen Preis mit dem Namen „Reife Leistung“ der von Bayerns Sozialministerin Christine Haberthauer für ältere Menschen ins Leben gerufen wurde und von der Landes-Seniorenvertretung Bayern sowie dem Radiosender Bayern 1 unterstützt wird.

Seit Sigrid Ladig zusammen mit ihrem Mann und ihrer Schwester vor circa sechs Jahren das Unternehmen „saba“ ins Leben rief hat sich viel getan. Nachdem Ladig 2008 auf der Erfindermesse in Nürnberg die Goldmedaille in der Kategorie „Freie Erfinder“ gewann, investierte sie immer mehr Zeit und Geld in die Weiterentwicklung ihrer Produkte. „Mir ging das Projekt gar nicht mehr aus dem Kopf. Ich konnte mich auf fast nichts anderes mehr konzentrieren,“ erzählt Ladig.

Aber auch drei Jahre nach dem Gewinn der Goldmedaille schreibt das Unternehmen immer noch rote Zahlen. „Wir wollen mit unserer Arbeit Menschen helfen. Der soziale Aspekt ist uns dabei wichtiger als das Geld,“ findet die Unternehmerin. Ein großes Problem sieht Ladig zudem darin, dass die Zielgruppe meistens nicht selbst in der Lage ist, auf Messen oder im Internet nach ihren Produkten zu suchen. „Und die Pfleger sind meistens so überfordert und im Stress, dass sie sich darüber nicht auch noch Gedanken machen können.“

Jetzt hofft Ladig, dass mit einem eventuellen Gewinn des Wettbewerbs das Interesse der Bevölkerung an ihren Produkten geweckt wird. „Anfangs wollte ich mich aber gar nicht bewerben, mein Mann musste mich dazu überreden,“ verrät die Gräfelfingerin, die in ihrer Freizeit mit großer Leidenschaft Skulpturen aus Stein herstellt. „Aber mittlerweile hab ich furchtbar Herzklopfen, wenn ich an die Preisverleihung denke und ein wenig stolz bin ich auch.“

Insgesamt wurden 42 Bewerber nominiert. Je sechs aus jedem der sieben Regierungsbezirke Bayerns und pro Regierungsbezirk soll sowohl ein männlicher als auch ein weiblicher Gewinner ausgerufen werden.

Aber auch wenn es mit dem Gewinn des Preises nicht klappt wird Sigrid Ladig nicht aufgeben und ihr Ziel weiterverfolgen. Im Moment zeichnet die gelernte Schneidermeisterin Entwürfe sowohl für Alltags- als auch für Kinderkleidung.

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