In einem sehr schlechten Zustand befindet sich die Frühlingstraße in Krailling.
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In einem sehr schlechten Zustand befindet sich die Frühlingstraße. Sie erhielt die Note 5. Foto: Dagmar Rutt

52 Kilometer Gemeindestraßen abgefahren

Noten für Kraillings Straßen

  • Andreas Deny
    vonAndreas Deny
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Die Gemeinde Krailling hat den Zustand ihrer Straßen benoten lassen. Für das Netz aller Gemeindestraßen gab es den Wert 3,56 – also im Bereich von befriedigend bis ausreichend.

Krailling – Im Februar dieses Jahres hat der Kraillinger Bauausschuss beschlossen, den Zustand des gesamten Straßennetzes mit dem System „Vialytics“ auf Schäden untersuchen zu lassen. Dazu wurden Ende April bis Anfang Mai die insgesamt 52 Kilometer Gemeindestraßen abgefahren, wobei eine Kamera mit einer speziellen App alle vier Meter ein Foto schoss. Die Ergebnisse der Befahrung stellte Bauamtsleiter Sebastian Beel am Dienstag im Bau-, Umwelt- und Verkehrsausschuss vor.

55 000 Quadratmeter Straßengrund sind zu erneuern

Die Einteilung der Straßenzustände erfolgte mit den Noten 1 (sehr gut) bis 5 (sehr schlecht). Eine glatte 1 erhielten elf Prozent aller Straßen, eine 5 acht Prozent. In einem „katastrophalen Zustand“ ist laut Beel die Frühlingstraße, stark sanierungsbedürftig seien beispielsweise auch die Blumenstraße, der Föhrengrund, die Rudolf-von-Hirsch-Straße sowie in Pentenried die Gutsstraße. Insgesamt 17 Straßen verzeichnen einen Wert schlechter als 4,5. Diese instand zu setzen, ist eine Mammutaufgabe: Rund 55 000 Quadratmeter Straßengrund sind zu erneuern, wofür nach Schätzungen von Beel Kosten in Höhe von circa 14,5 Millionen Euro anfallen. Ein Programm, das die Gemeinde nur über viele Jahre bewältigen kann.

Kriterien für Prioritätenliste

Mittels des neuen Bewertungssystems lasse sich gegenüber dem Bürger gut begründen, warum eine Straße früher oder später saniert werden, meinte Hans Wechner (CSU). Werner Engl (Grüne) erklärte, dass man für die Prioritätenliste auch andere Kriterien einbeziehen müsse. So etwa, wie befahren eine Straße sei und wie viele Bürger in ihrem Einzugsgebiet lebten. „Die neue Software ist ein Hilfsmittel, sie entscheidet aber nicht, was wir machen“, betonte Bürgermeister Rudolph Haux.

Bestnote für Frohnloh

Die beste Note für den Straßenzustand erhielt der Ortsteil Frohnloh mit 1,48; hier gibt es freilich auch nur wenige Strecken. Das Gewerbegebiet KIM erhielt inklusive seines Abschnitts der Pentenrieder Straße eine 1,95. Weit schlechter schnitten das Ortsgebiet von Krailling (4,7) und Pentenried (4,29) ab. Die außerörtlichen Straßen befinden sich im Durchschnitt in einem recht guten Zustand (2,40).

Den Durchschnittswert für das gesamte Kraillinger Straßennetz bezifferte Beel mit 3,56. „Es könnte besser, aber auch schlimmer sein“, so das Urteil des Bauamtsleiters. Die Ergebnisse der Befahrung sollen künftig einmal im Jahr dem Gemeinderat vorgestellt werden.

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