Altar der alten Stefanuskirche an der Würm: Hier warten Volksmusik, geistliche Chormusik und Informationen zur Geschichte des Gotteshauses auf die Besucher. Foto: js

Ökumene in Gräfelfing: Erste Nacht der offenen Kirchen

Gräfelfing - Am Samstag, 15. Juni, laden die evangelischen und katholischen Gemeinden in Gräfelfing und Lochham erstmals ab 20 Uhr bis weit nach Mitternacht zur Nacht der offenen Kirchen.

„Wir gehören alle zusammen“: Dieses Motto ist der Grundgedanke der außergewöhnlichen Samstagnacht, wie Pfarrer Anton Schönauer von St. Stefan erzählt. Sein Pfarrgemeinderat brachte die Idee zum ökumenischen Beitrag beider Konfessionen ins Jubiläumsjahr der Kommune ein. Eine Nacht der offenen Kirchen habe es auch schon in Utting am Ammersee gegeben, so der Monsignore.

Bereits zur Auftaktveranstaltung entscheidet sich die evangelische Friedenskirche für eine außergewöhnliche Form von Spiritualität. Angeboten werden meditative Kreistänze unter dem Motto „Die Hoffnung tanzen“. Zudem will die Kirche an der Würm im Bibliolog in einen Dialog mit der Bibel kommen. Voraussetzung für die Arbeit in der Gruppe ist eine Mindestteilnehmerzahl von acht Interessenten, sagt Sabine Schnurr. „Wir gehen miteinander in den Bibeltext hinein, treten mit den dargestellten Personen in Dialog und fantasieren über die Motive ihres Handelns.“ Fragen, Zustimmung oder Ablehnung, Kommentare - diese ganz persönlichen Reaktionen seien erlaubt. „Das ergibt eine große Aktualität, und altbekannte Texte erscheinen in neuem Licht“, erklärt die Beauftragte für Exerzitien im Alltag.

Geschichten und Lieder für Kinder zum Mitmachen bietet die Pfarrkirche St. Stefan an. Dort erklingt auch Barockmusik mit Pauken und Trompeten, während in der Alten Stefanuskirche beschauliche Volksweisen zum Zuhören einladen. Junge Besucher wiederum kommen auch bei der Bibelszene des ökumenischen Kinderbibelteams in der Lochhamer Michaelskirche auf ihre Kosten.

Die Lochhamer Pfarrei St. Johannes Evangelist will eher künstlerisch tätige Gäste ansprechen. Jeder kann mitmachen, ein drei Meter langes Kreuz mit bunten Mosaiksteinen zu gestalten. „Eine meditative Begleitung zum Thema Kreuz ist geplant“, stellt Doris Unterreitmeier vom Pfarrgemeinderat in Aussicht.

Kirche einmal anders könnte neugierig machen. Sowohl die Uhrzeit als auch das Programm seien außergewöhnlich für kirchliche Veranstaltungen, betont Pfarrer Schönauer. „Wir wünschen uns, dass auf diese Weise die verschiedensten Leute den Weg in die Kirche finden, auch solche, die hier sonst weniger anzutreffen sind.“

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