Oktoberfestbier: Mehr Malz, mehr Würze und mehr Alkohol

- Doemens: Verschiedene Geruchs- und Geschmacksnuancen

VON NADINE MAFKE Gräfelfing - Pünktlich zum Wiesn-Anfang ist es wieder in aller Munde: Das Oktoberfestbier. Egal ob Spaten, Löwenbräu, Paulaner, Augustiner, Hofbräu oder Hacker-Pschorr - jeder hat wohl seine Lieblingssorte. Doch was ist eigentlich das besondere am Münchner Wiesn-Bier?

"Das Oktoberfestbier ist ein helles Festbier, das rund sechs Prozent Alkohl enthält und damit spürbar gehaltvoller und stärker ist als ein normales Münchner Hell mit knapp fünf Prozent Alkohol", erklärt Wolfgang Stempfl, Geschäftsführer und Schulleiter der Doemens-Akademie in Gräfelfing. Doch das ist noch lange nicht alles, was das Wiesn-Bier zu einer wahren Spezialität macht. Denn es enthält zudem mehr Malz, mehr Stammwürze und muss länger reifen als ein normales Bier. "Der höhere Alkohlgehalt des Wiesn-Bieres resultiert dabei aus der höheren Stammwürze", so Stempfl weiter. Denn das echte Münchner Wiesn-Bier enthält mindestens 13,5 Prozent Stammwürze. Auch der längere Reifungsprozess zeichnet laut Stempfl das Oktoberfestbier aus. So reift es in der Regel acht bis zwölf Wochen, ein normales Bier hingegen nur vier bis sechs. Da sich das Wiesn-Bier in seiner Herstellung als aufwändiger erwiesen hat als das normale Bier, ist es gewissermaßen das Aushängeschild für jede Brauerei.

Doch wer der Meinung ist, jeder Gerstensaft schmecke gleich, irrt. Denn das Wiesn-Bier ist keinesfalls ein Einheitsbier, sondern weist deutliche geschmackliche Unterschiede auf. Die verschiedenen Geruchs- und Geschmacksnuancen basieren dabei auf der Art der verwendeten Rohstoffe. So gibt es beispielsweise weiche, runde, süßliche und karamelartige sowie wuchtige und elgegante Biere, wobei sich letztere besonders gut für das weibliche Geschlecht eignen. Auch bei den Farben gibt es Unterschiede. Doch das war nicht immer so. Erst Anfang der 80er Jahre löste das helle Festbier endgültig das traditionelle Märzen ab, das sich vor allem durch seinen kräftigen, süßen Geschmack sowie durch die ausgeprägte Karamelnote auszeichnete. Auch heute noch findet sich dieser goldenmalzige Geschmack in einigen Biersorten wieder.

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