Opfer Planegg zahlt den Räubern vom Landkreis noch was dazu

- Bus-Konzept: 320 000 Euro Mehrkosten für die Linie 266

VON HARTMUT BRINGS Planegg - Der vom Landkreis geforderte Sparkurs beim Buskonzept Würmtal stellt Planegg vor eine ernste Nagelprobe. Zwar wollen sich die Gemeinderäte Einsparungen nicht verschließen, dennoch hofft man mit eigenen Kraftanstrengungen den jetzigen Betrieb aufrecht zu erhalten. Franz Brugger stellte schließlich die Gretchenfrage: "Können wir noch das bezahlen, was wir wollen?"

Als die Verwaltung und MVV-Verkehrsplaner Paul Dosch am Donnerstagabend die vom Landkreis München veranlasste rund zehnprozentige Kosteneinsparung vorstellten, war den Kommunalpolitikern klar, dass es die falschen treffen wird. Denn alle im Würmtal fahrenden Linien liegen bei Auslastung und Effizienz weit über dem Landkreis-Schnitt. Und dennoch muss der MVV auch beim Würmtaler Buskonzept Kürzungen vornehmen.

Wie erfolgreich die Busse zwischen S 6 und U 6 beziehungsweise U 3 kreuz und quer verkehren, zeigt Doschs Prognose: In diesem Winter erwartet er 12 000 Fahrgäste pro Tag. Vor Einführung des Buskonzepts Würmtal waren es rund 5000. Trotzdem müsste der MVV-Experte zwischen Lochham und Planegg eigentlich 180 000 Wagenkilometer im Jahr einsparen.

Doch dazu wird es nicht kommen: Die Gemeinde Planegg ist fest entschlossen, durch die Übernahme von Mehrkosten den Betrieb größtenteils so zu belassen, wie er jetzt läuft. Allein für die Verlängerung des Probebetriebes des "gigantischen 266ers" (Dosch) bis Ende 2004 will Planegg rund 320 000 Euro zahlen. Bürgermeister Dieter Friedmann machte klar, dass die zusätzlichen Mittel aus dem Verwaltungshaushalt kommen müssen. Den auszugleichen, falle schon in 2003 schwer, zumal die erwarteten zwölf Millionen aus der Gewerbesteuer aus heutiger Sicht nicht ganz in die Kasse von Kämmerer Peter Vogel fließen werden. Nicht zu halten sein werden wohl die Fahrten der Linie 260 nach 22 Uhr. Außerdem droht hier tagsüber ein 40-Minuten-Takt.

Ulrike Höfer (CSU) sieht in der Frage, ob Planegg weiter für das Buskonzept garantieren will, "eine politische Entscheidung". Schon am kommenden Donnerstag wird der Gemeinderat abschließend entscheiden müssen, wo gespart und wo aus eigener Tasche dazubezahlt werden soll. 3. Bürgermeisterin Annemarie Detsch nannte das Vorgehen des Landkreises "räuberische Erpressung".

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