Einweihung der Neuen Orgel von St. Nikolaus in Neuried. Volle Kirche. Foto: Dagmar Rutt 25.10.15 (wärend dem Gottesdienst)
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Ein so volles Gotteshaus gibt es in St. Nikolaus nicht alle Tage: Viele Neurieder wollten gleich bei der Premiere den Wohlklang des neuen Instruments und die feierliche Orgelweihe miterleben.

1752 Pfeifen und 36 Register

Große Orgelweihe in St. Nikolaus

Neuried - Im Festgottesdienst am Sonntag hat Bischof Engelbert Siebler die für rund 600 000 Euro angeschaffte Orgel von St. Nikolaus offiziell geweiht.

In der voll besetzten Pfarrkirche zog Organist Max Hanft alle 36 Register. Unter Applaus erklang eine wunderbare Fuge von Johann Sebastian Bach – zur großen Freude von Helmut Turi, dem Förderer von der Kirchenmusik Neuried. „Dieses Haus ist nicht für uns Alte, sondern für Euch, Kinder“, erinnerte der Neurieder Pfarrgemeinderats-Vorsitzende Markus Hinz die versammelte Fest-Gemeinde. Denn die neue Orgel aus Eichenholz ist die Klang-Krönung für das klare, lichte Ambiente der 2008 erbauten Kirche St. Nikolaus. Nach Plänen des Münchner Architektur-Professors Andreas Meck hatten die Neurieder Katholiken bekanntlich ihr Pfarrzentrum errichtet. Im weißen Kirchenraum mit den Eichenbänken und -Böden mussten Gläubige und Kirchenchor aber bisher mit einer Konzertorgel vorlieb nehmen. Doch mit seinem Klang drang dieses kleine Instrument nicht durch. Kurz entschlossen hob der musikbegeisterte Chorsänger und pensionierte Bankkaufmann Helmut Turi den Förderverein „Kirchenmusik St. Nikolaus Neuried“ aus der Taufe. Über Benefizkonzerte und Orgelpatenschaften gewann Turi Förderer. 350 000 Euro sind bereits über Spenden finanziert. Doch Turi sammelt weiter: Die vom Marburger Orgelbauer Gerald Woehl und seinem Team aufgebaute neue Königin der Instrumente von St. Nikolaus kostet nämlich insgesamt 600 000 Euro. „Das ist eine Menge Holz“, so der Pfarrgemeinderatsvorsitzende Markus Hinz, aber: „Es hat sich gelohnt.“ Bei der feierlichen Sonntagsmesse weihte Weihbischof Siebler die maßgefertigte Orgel mit 1752 Pfeifen, 36 Registern und zwei Manualen. Das Instrument mit dem Eichenholz-Prospekt ist perfekt an den weitläufigen Kirchenraum angepasst – sowohl klanglich als auch optisch. Dass die Kirchenmusik St. Nikolaus das Instrument verdient hat, bewiesen Organist Max Hanft, der ausgezeichnet präparierte Kirchenchor, Instrumentalisten und Sopranistin Masako Goda beim Festgottesdienst: Auf der Empore erklang die wunderbare „Kleine Orgelsolomesse“ in B-Dur von Joseph Haydn. Nach der Segnung intonierte Max Hanft ein Präludium des großen Kirchenmusikers Johann Sebastian Bach. Als der Organist das Solo der Bach’schen Fuge in Es-Dur virtuos zum Klingen brachte, brandete begeisterter Beifall auf. Den Gottesdienstbesuchern drückten Pfarrgemeinderäte die druckfrische Broschüre zur neuen Woehl-Orgel in die Hand. Und beim abendlichen Festkonzert ließ Professor Harald Feller den ganzen Klangreichtum dieses phantastischen Instruments nochmals erklingen.

Christine Cless-Wesle

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