Ortsmitte Martinsried: Der pragmatischste Entwurf hat gewonnen

Martinsried - Die Münchner Architekturbüros Lex-Kerfers/Morphologic haben den Wettbewerb zur Neugestaltung der Martinsrieder Ortsmitte gewonnen. Das Empfehlungsgremium entschied sich damit für den pragmatischsten Entwurf, der einen minimalinvasiven Eingriff in das Ortsbild vorsieht.

Bis zwölf Uhr mittags hatte sich das Empfehlungsgremium Zeit gegeben, unter den vier Entwürfen für die Neuordnung Martinsrieds den besten zu bestimmen. Um zehn vor 12 stand das Ergebnis fest: Mit einer Gegenstimme votierte das Gremium für den gemeinsamen Plan der Münchner Architekturbüros Lex-Kerfers und Morphologic.

Dieser orientiert sich stark am Bestand und lässt sich wohl mit überschaubarem finanziellen Aufwand realisieren. Eine promenadeartig ausgebildete Erschließungsachse zwischen Campus und Ortskern steht im Zentrum des Plans. Die Architekten stellen sich einen grünen Trichter vor, der sich in Blickrichtung zur künftigen U-Bahnhaltestelle öffnet und als Bindeglied zwischen Ort und Campus fungieren soll.

Die Straßenbeziehungen bleiben weitgehend unverändert, lediglich der parallel zur Röntgenstraße verlaufende Teil der Fraunhoferstraße entfällt. Dort soll ein Platz entstehen, der nördlich von Gebäuden umrahmt wird. Um die künftige Ortsmitte von Verkehr zu entlasten, ist - wie bei allen vier Entwürfen - ein Bypass durchs Gewerbegebiet vorgesehen, ein Durchstich von der Röntgen- in die Fraunhoferstraße. „Es ist der pragmatischste Entwurf. Er lässt sich umsetzen“, sagte Professor Rudolf Scheuvens, der Leiter des Ortsmitte-Verfahrens, der selbst nicht stimmberechtigtes Mitglied des Empfehlungsgremiums war. Bürgermeisterin Annemarie Detsch lobte die Entscheidung des Gremiums. „Dieser Entwurf gibt uns den breitesten Boden zur weiteren Fortentwicklung.“

Am 26. Juli wird der Gemeinderat den Entwurf von Lex-Kerfers/Morphologic diskutieren. Anschließend soll ein Masterplan erstellt werden. „Ich denke, dass sie hier einen Schatz haben“, sagte Professor Peter Zlonicky, Sprecher des Empfehlungsgremiums, in Anspielung auf die anderen drei Entwürfe. „Diese Ideen dürfen nicht verloren gehen.“ Es gilt als wahrscheinlich, dass der Gemeinderat Elemente aus den anderen Entwürfen aufnehmen und in den Plan von Lex-Kerfers/Morphologic integrieren wird. Theoretisch könnte der Gemeinderat sogar einen anderen Entwurf auswählen, „davon gehe ich aber nicht aus“, sagte Detsch.

Rund 50 Bürger waren zur Bekanntgabe des Ergebnisses ins Rathaus gekommen. Die Resonanz auf den Siegerentwurf war durchwachsen, vor allem weil Fragen nach dem Buskonzept und dem Verkehr im Allgemeinen ungeklärt blieben. Es obliegt dem Gemeinderat, dafür Lösungen zu finden.

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