Ortsmitte: Planer üben sich in Bescheidenheit

- Insel in Privatbesitz

VON KATHARINA KORB Krailling - Das Thema Kraillinger Ortsmitte sorgte in der jüngsten Bauausschuss-Sitzung am Dienstagabend wieder einmal für Diskussionsstoff. Städteplaner Jochen Baur und Landschaftsarchitekt Ralph Kulak stellten dem Gremium ihre Variante eines geänderten Bebauungsplanes für den Bereich auf dem so genannten "Linner-Areal" vor. Bei einer Gegenstimme wurde das Konzept abgesegnet.

"Von der eigentlichen Ortsmittenplanung ist ein recht bescheidener Rest übrig geblieben", stellte Bürgermeister Dieter Hager anfangs fest. Es hätten immer wieder Gespräche mit den Grundstückseigentümern stattgefunden, die jedoch nicht zu einer Einigung geführt hätten, so Hager weiter. "Wir wollen aber erkennen lassen, dass dieses Kapitel nicht endlos verschleppt werden soll", fügte der Rathaus-Chef hinzu.

Die Erben des Linner-Grundstücks hatten im Mai einen Bauantrag für den damals noch rechtsgültigen Bebauungsplan vorgelegt, der ein dreigeschossiges Mehrfamilienhaus ohne gewerbliche Nutzung vorsah. Dieser widersprach jedoch den Vorstellungen der Gemeinde und einer damals schon laufenden Bebauungsplanänderung, so dass die Gemeinde die Zurückstellung des Bauantrags beantragte (wir berichteten). Als die Grundstückseigentümer dann erstmals öffentlich ihre Position darstellten, war die Verstimmung mit dem Rathaus komplett.Dem Bebauungsplanentwurf von Jochen Baur entsprechend wäre für die vier Gebäude an der Margaretenstraße eine dreigeschossige Bebauung zulässig. Der nach hinten versetzte Anbau hätte zwei Geschosse. Parkplätze müssten in einer Tiefgarage untergebracht werden, Stellplätze wären ausnahmsweise zulässig. Die Insel mit der darauf stehenden Mühle bliebe Privatgrund - eine der Hauptforderungen der Erben. Die Dachform hätte 30 bis 35 Grad Neigung und entsprächen Satteldächern, Sonnenkollektoren könnten noch Thema bleiben, so der Planer weiter. Mahler: Ortsmitte ad acta legen

"Die Gemeinde zwingt den Bauherren doppelt so viel zu bauen als er eigentlich möchte", wiederholte Wilhelm Mahler (FBK) seine früheren Argumente. Es werde höchste Zeit, "das Schlagwort Ortsmitte ad acta zu legen", forderte der pensionierte Architekt im Staatsdienst weiter. Trotz des Einwandes und gegen die Stimme von Mahler entschied das Gremium mit dem Beschlussvorschlag in das Verfahren zu gehen.

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