Ortsumgehung kein Allheilmittel

- Regionaler Planungsverband: Landrat Janik kanzelt Bußjäger ab

Landkreis München (agm) - Es muss nicht immer eine Umgehungsstraße sein, um Verkehrsprobleme in den Griff zu kriegen. Nicht gerade Begeisterung weckte Grasbrunns Bürgermeister Otto Bußjäger damit bei seinem CSU-Parteikollegen, Landrat Heiner Janik, auf der jüngsten Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbands (RPV) in Neubiberg (wir berichteten).

Beim motorisierten Individualverkehr sollten die RPV-Mitglieder doch nicht nur an Ortsumgehungen denken, forderte Bußjäger, sondern auch an die Ertüchtigung des bestehenden Verkehrsnetzes, sprich an den Ausbau bestehender Straßen.

Ertüchtigung statt Umgehung

In Grasbrunn etwa, sagte Bürgermeister Bußjäger, wäre zur Verbesserung der Verkehrssituation schon viel gewonnen, wenn man den Verkehrsdurchlauf am Knotenpunkt zwischen den Bundes- und der Staatsstraße bei Neukeferloh verbessern würde. Daher beantragte er, im Kapitel "Verkehr" des Regionalplans als Ziel bindend vorzugeben, dass der Verdichtungsraum München nicht nur durch großräumige Umfahrungen, sondern auch durch "die Ertüchtigung des vorhandenen Straßennetzes" entlastet werden soll. Vom guten Hintergedanken seines Antrags überzeugt, betonte Bußjäger eloquent: "Man muss doch nicht immer zwingend Ortsumgehungen bauen. Das ist kein Allheilmittel."

Wenn es Ziel würde, dass vorhandene Straßennetz allerorten zu ertüchtigen, also zu verbreitern, sei das ein grundsätzlicher "Paradigmenwechsel in der Region", erboste sich Janik über den Vorschlag: "Dann ertüchtigen Sie mal die B 12 in Starnberg. Prost Mahlzeit!" Nach Janiks Wortmeldung wollte kein Mitglied des Regionalen Planungsverbands mehr Bußjägers Antrag unterstützen. Er wurde abgelehnt.

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