Landtagswahl 2018

Ortsverbände rüsten zum Wahlkampf

In vier Monaten stehen die Landtagswahlen an. Die Würmtaler Ortsverbände der Parteien bereiten sich bereits jetzt auf den Wahlkampf vor, bestellen Flyer und planen Veranstaltungen. Der Wahlkampf könnte diesmal ein besonderer und schwierigerer werden, glauben einige.

Würmtal – Bei zwischen 41 und 44 Prozent liegt die CSU im Moment in den Umfragen für die Landtagswahl am 14. Oktober. Die Partei könnte damit ihre absolute Mehrheit verlieren, zumal mit der AfD und der FDP zwei zusätzliche Kräfte in den Landtag einziehen könnten. Die AfD oder die Grünen werden möglicherweise die SPD als zweitstärkste Kraft ablösen. Die Freien Wähler sind mit sechs bis sieben Prozent nahe an der 5-Prozent-Hürde, sagen die Umfragen.

„Die Situation ist heuer so wie noch nie, die Wahl bleibt aber spannend, wir wollen als CSU bayernweit möglichst nahe an die absolute Mehrheit kommen“, sagt Anselm Engelmayer, Vorsitzender der Planegger CSU. Um dieses Ziel zu erreichen, bereitet Engelmayer bereits seit einiger Zeit den Wahlkampf vor: Flyer und Give-aways wie Kugelschreiber teilen die CSU-Stimmkreiskandidaten den jeweiligen Ortsverbänden je nach Ortsgröße zu. Die Planegger erhalten wohl eine vierstellige Zahl an Flyern und rund 60 Plakate, die in zwei Etappen aufgehängt werden. Wie in allen Gemeinden ist in Planegg geregelt, wo und wann die Parteien plakatieren dürfen. Eine offizielle Veranstaltung hat die Planegger CSU bisher noch nicht fertig geplant. Auf jeden Fall braucht der Ortsverband einige Helfer, die Plakate kleben und Info-Stände besetzen. Etwa acht bis zwölf Mitglieder engagieren sich im Wahlkampf.

Mit wohl rund 3500 Flyern, über 30 Plakaten, Give-aways wie Marmeladen und möglicherweise einigen Veranstaltungen wird die Kraillinger SPD in den Wahlkampf ziehen. „Für Veranstaltungen wird es aber immer schwieriger, einen Ort zu finden – viele Gasthäuser wollen dann eine Umsatzgarantie, etwa 1000 Euro am Wochenende und 500 Euro an einem Montagabend, die wir manchmal nicht garantieren können“, sagt die Kraillinger Vorsitzende Erika Harder. Dazu kommen einige Info-Stände. „Wir sind schon jetzt sehr aktiv und bereiten einiges vor“, sagt Harder. Noch sei aber nicht alles vollständig geplant. Der Wahlkampf kostet den Ortsverband wohl einen vierstelligen Betrag. „Bei dem, was Ministerpräsident Markus Söder bisher alles schon Schlechtes gemacht hat“, sei das Aufzeigen einer Alternative im Wahlkampf aber sehr wichtig, meint Harder.

Ob die Sozialdemokraten oder die Grünen den zweiten Platz bei der Wahl belegen, möchten beide Parteien nicht prognostizieren. „Wir möchten gerne eine Veranstaltung zum Thema Verkehr mit unserem Kandidaten Markus Büchler machen sowie eine mit unserer anderen Kandidatin, Claudia Köhler“, sagt Corinna Pflästerer, Sprecherin der Neurieder Grünen. Termine stehen noch keine fest. Wie bereits im letzten Jahr veranstalten die Grünen am Samstag, 15. September, das Programm „Ortsmitte mal anders“, das aber kaum mit dem Wahlkampf zu tun hat. Die Neurieder „möchten keine Materialschlacht machen, wo wir dann hunderte Flyer wegschmeißen“, bestellen aber einige Sachen wie vielleicht Traubenzucker und wohl rund 200 Flyer. Der Ortsverband investiert für den Wahlkampf einen dreistelligen Betrag und kann selbst entscheiden, was er vom Landesverband bekommt. „Glücklicherweise sind wir gut aufgestellt und haben mit unserem guten Team keine Probleme, Helfer zu finden“, sagt Pflästerer.

Mit auch selbst erstellten Flyern und Plakaten wird der 3. Gräfelfinger Bürgermeister und Landtagskandidat Jörg Scholler vor der Wahl werben, „da ich gerne meine Mandate und Erfahrung in die Waagschale werfen möchte“, sagt Scholler. Auch seinen Facebook-Account möchte Scholler nutzen. Am Dienstag, 17. Juli, tritt Scholler gemeinsam mit dem Focus-Herausgeber und FDP-Direktkandidaten Helmut Markwort sowie dem früheren stellvertretenden bayerischen Ministerpräsidenten Martin Zeil im Gräfelfinger Bürgerhaus auf. „Ein dreistelliger Betrag für den Wahlkampf reicht nicht, wir geben eine vierstellige Summe aus – mehr aber nicht, da ja 2020 bereits wieder Kommunalwahlen sind“, sagt Scholler. „Wir möchten unsere eigenen Inhalte herausstellen und uns nicht nur etwa gegen die AfD positionieren und orientieren“, so Scholler. Dies würde nur der AfD helfen, die wohl „einen relativ aggressiven Wahlkampf machen wird“.

Peter Seybold

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