Patensuche für Kinder in Rumänien

- Beate Blaha baut Hilfe aus

VON CHRISTINE CLESS-WESLE Gauting - "Warum tun Sie das eigentlich?" Das wird sie manchmal gefragt, wenn sie sich für rumänische Kinder und deren verlassene Mütter einsetzt. Denn für Teile der neuen rumänische Oberschicht ist Helfen noch ein Fremdwort. Nicht so für Beate Blaha. Als nach der Wende die entsetzlichen Bilder über rumänische Kinderheime kurz die Welt erschütterten, engagierte sich die Fernsehjournalistin aus Gauting in der "Bayerischen Kinderhilfe Rumänien" - und tut es bis heute.

Auch der "Advent in Sankt Benedikt" steht heuer ganz im Zeichen dieses Projektes. "Noch heute", berichtet die Gautingerin, sei es in Rumänien ein Makel, ein Kind allein groß zu ziehen. Die jungen Frauen gerieten in Not, ließen Kinder in den Geburtsabteilungen zurück. Doch Kinderheime, zumal die rumänischen, seien "kein Ersatz für Familie und Liebe".

Zwar hat sich die Lage dank humanitärer Hilfe "etwas entschärft", sagt Beate Blaha, doch die von der früheren Sozialministerin Barbara Stamm gegründete "Bayerische Kinderhilfe" will Mütter in jedem Fall unterstützen, ihre Kinder selbst groß zu ziehen. Soeben überbrachte Beate Blaha Not leidenden Frauen in der Universitätsstadt Iasi im Nordosten Rumäniens Spendengelder.

Da gibt es Schicksale wie das von Mihaela, erzählt die Gautingerin. Das Mädchen ist aufgewachsen in Heimen, nach ihrem 18. Geburtstag immer wieder irgendwo untergeschlüpft. Als ein älterer Mann sie mitnahm, ihr die große Liebe versprach, "war sie überglücklich". Doch niemand hatte ihr beigebracht, vorsichtig zu sein. Mit ihrem Sohn Ovidiu vegetierte Mihaela lange auf der Straße: Spuren, dokumentiert Beate Blaha mit einem Foto, "die sich in ihrem Gesicht festgeschrieben haben - und auch in ihrer Seele". In solchen Fällen hakt die Kinderhilfe ein. Ziel ist, die verlassenen Mütter von Iasi vor Obdachlosigkeit zu bewahren, für sie eine Art Frauenhaus zu finanzieren: Für das Projekt sucht Beate Blaha Paten, die mit 30 Euro im Monat die Grundversorgung eines Kindes sichern. Ihre Mütter, betont die Gautingerin, müssen sich verpflichten, Schule, Studium oder Ausbildung abzuschließen oder zu arbeiten. Doch auch wenn die Frauen arbeiten, ist Unterstützung nötig.

Paten melden sich bei Beate Blaha, Bayerische Kinderhilfe, Telefon 89 30 84 87.

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