Feine Nase: Assistenzhündin Bonny riecht am Atem, wenn Peter Pöschl in Unterzucker fällt. Der Diabeteskranke haucht hier die Hündin an, um ihr die Witterung zu erleichtern. foto: denise höfle

Peter Pöschls Hoffnung ruht auf Bonny

Planegg - 20000 Euro kostet der Kauf einer Assistenzhündin für den an Diabetes und Multipler Sklerose erkrankten Planegger Peter Pöschl.

Türen aufmachen, Jacke ausziehen und vor allem Hilfe holen, wenn das an Diabetes erkrankte Herrchen in den Unterzucker fällt: Bonny, eine blonde Retrieverhündin, kann das alles und soll dem schwerkranken Planegger Peter Pöschl im Alltag helfen. Der Haken an der Sache ist nur der Preis: rund 20 000 Euro kostet so ein ausgebildetes Tier. Das aber können die Pöschls niemals alleine aufbringen.

„Mein Mann ist nicht nur Diabetiker, sondern hat seit sieben Jahren auch noch die schleichende und schlimmste Form von Multipler Sklerose“, erzählt Ehefrau Monika Pöschl. Für den 46-Jährigen bedeutet das eine massive Einschränkung seines Alltags. Fortbewegen kann er sich nur noch im Rollstuhl, selten wagt er unter großen Schmerzen mit seinen beinahe vollständig gelähmten Füßen ein paar Schritte in der Wohnung. Meistens kann Pöschl auch seine Blase nicht mehr kontrollieren, seine Finger sind bereits taub. Lebensbedrohlich sind vor allem die starken Zuckerschwankungen Tag und Nacht, die sich sehr schlecht einstellen lassen. „Ich muss nachts immer darauf achten, dass mein Mann nicht ins Koma fällt“, sagt Monika Pöschl.

Noch ist der gelernte Werkzeugmacher stundenweise berufstätig, allerdings ist ein Ende der Werktätigkeit aufgrund des Fortschreitens sowohl der Multiplen Sklerose als auch des Diabetes absehbar. „Dann muss ich Vollzeit arbeiten, kann mich aber tagsüber nicht mehr um meinen Mann kümmern.“

Ein Hoffnungsschimmer zeigt sich für die Mutter einer elfjährigen Tochter in Hund Bonny. Im Januar lernte Peter Pöschl Bonny kennen, eine zweijährige Golden-Retriever-Hündin, die von der Hundeschule Andrea Stadler als Assistenzhund ausgebildet wurde. Seit wenigen Wochen lebt die Hündin jetzt in der Wohnung der Pöschls.

Assistenzhunde machen ihre Halter weitgehend unabhängig von fremder Hilfe und ermöglichen ihnen ein selbst bestimmtes Leben. Sie bringen Schlüssel, holen Kugelschreiber und heben ein Stück Papier auf, öffnen Türen und helfen beim An- und Ausziehen.

Wichtigster Punkt aber: Bonny könnte gemeinsam mit Pöschl weiter so ausgebildet werden, dass sie rechtzeitig anschlägt, wenn ihr Herrchen droht, in den Unterzucker zu fallen, und im Notfall Hilfe holt. „Das würde mir so viel Freiraum zurückgeben, abgesehen von der Lebensqualität, die dieser Hund uns bringt“, so Monika Pöschl.

Schon jetzt ist ihr Mann täglich mit dem Vierbeiner unterwegs, ist gezwungen, an die frische Luft zu gehen, und hat wieder eine Aufgabe im Leben. Momentan macht er auch den Hundeführerschein, ist dadurch geistig gefordert und nicht mehr so depressiv. Zudem lenkt ihn Bonny von den ständigen Schmerzen ab. Behalten können die Pöschls ihr neues Familienmitglied allerdings nur, wenn über Spenden der Kaufpreis aufgebracht werden kann.

Wer spenden möchte, hat zwei Möglichkeiten: Förderverein Martinsrieder Christkindlmarkt e.V. Kreissparkasse München-Starnberg, IBAN: DE 52 702 501 500 260 442 173, BIC: BYLADEM1KMS.

Oder Verein Assistenz-und Servicehunde in Bayern e.V., Kontonummer 8217545200, Bankleitzahl 43060967, IBAN: DE 41 430 609 678 217 545 200, BIC: GENODEM1GLS. Bitte unbedingt angeben: Zweckgebunden für Pöschl.

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