Vorbild Governator: Der junge Peter von Schall mit Landsmann Arnold Schwarzenegger. foto: fkn

Peter von Schall lässt sich einbürgern

Deutscher Pass für Bürgermeister-Amt

Planegg - Der Planegger Gemeinderat Peter von Schall muss Deutscher werden, um als Bürgermeister kandidieren zu dürfen. Der 52-Jährige besitzt bislang nur den österreichischen Pass.

Der Planegger Gemeinderat und designierte Bürgermeisterkandidat Peter von Schall wird sich demnächst einem Sprachtest unterziehen. Denn bei seinem Plan, in Planegg als Bürgermeister zu kandidieren, hatte der 52-Jährige nicht das bayerische Kommunalwahlrecht im Hinterkopf. Darin steht, dass EU-Bürger zwar Mitglied des Gemeinderats sein dürfen, das Bürgermeisteramt aber ausschließlich von deutschen Staatsbürgern ausgeübt werden darf. Von Schall aber ist Österreicher. Jetzt strebt er eine doppelte Staatsbürgerschaft an und muss dafür unter anderem einen Sprach- und Wissenstest bestehen.

Der parteifreie Gemeinderat hat einen Fachanwalt eingeschaltet, der helfen soll, die nicht unerheblichen bürokratischen Hürden auf dem Weg zur doppelten Staatsbürgerschaft zu bewältigen. Den deutschen Pass zu bekommen, ist dabei das geringste Problem. Von Schall, dessen Vater Wiener war, wurde in München geboren und lebt seit 48 Jahren in Planegg. Sein Anwalt rechnet damit, dass das Einbürgerungs-Verfahren, das in manchen Fällen über Jahre geht, gute zehn Wochen dauern wird.

Die große Herausforderung für von Schall wird es sein, die österreichische Staatsbürgerschaft behalten zu dürfen. Darauf legt er großen Wert. Seinem Vater habe er auf dem Sterbebett versprochen, den österreichischen Pass zu behalten. Laut österreichischem Gesetz ist eine doppelte Staatsbürgerschaft aber nur dann möglich, wenn der Antragsteller nachweisen kann, dass die Beibehaltung im Interesse des Staates Österreich liegt. Im Klartext: Die Österreicher müssen überzeugt werden, dass es für sie ein Verlust wäre, falls von Schall den Pass abgibt. Der 52-Jährige hat sich nun überlegt, seine Familien-Historie ins Feld zu führen. „Mein Großvater war Adjutant von Kaiser Franz Josef“, erzählt von Schall. Der Ahne erlebte 1914 in Sarajevo den Anschlag auf Thronfolger Franz Ferdinand hautnah mit, der als Auslöser des Ersten Weltkriegs gilt. Der adlige und angesehene Großvater mit Namen Riaucour ist nun die Hoffnung von Peter von Schall-Riaucour. „Ich werde die Konsulin bezirzen. Das klappt schon.“ Die Mühsal nimmt er gerne in Kauf. „Ich will in Planegg etwas bewegen. Wenn mein Landsmann Schwarzenegger in Kalifornien Gouverneur werden kann, dann kann ich als Österreicher auch Planegger Bürgermeister werden“, sagt er augenzwinkernd. Eine Möglichkeit, das Verfahren in Deutschland abzukürzen, wäre auch eine Heirat, getreu dem Habsburger Motto: „Tu felix Austria nube.“ Doch soweit will er dann doch nicht gehen.

Für welchen Pass er sich entscheiden würde, falls die Alpenrepublik die Familien-Historie nicht als ausreichend bedeutsam für eine Ausnahmegenehmigung erachtet? Von Schall: „Damit setze ich mich nicht auseinander. Es wird bestimmt klappen.“

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