Bettina Meermagen hat zunehmend Schwierigkeiten, Pflegeeltern zu finden. „Die Lage spitzt sich zu.“

Pflegeeltern dringend gesucht

Würmtal - Mit Plakaten und Flyern suchen die Jugendämter derzeit im Würmtal intensiv nach Pflegeeltern. Im Landkreis München wird überlegt, eine Werbekampagne zu starten.

Für Bettina Meermagen wird es immer schwieriger, Pflegeeltern zu finden. „Die Not herrscht schon lange“, sagt die Mitarbeiterin des Landratsamt München, zuständig für Planegg, Gräfelfing und Neuried. Aber die Lage habe sich zugespitzt. Nicht weil die Zahl der Eltern, die ihre Kinder nicht selber versorgen können, zunehmen würde, wie Ute Leisz-Ecker, im Landratsamt Starnberg zuständig für die Pflegefamilien in Gauting und Krailling, sagt. Sie führt die hohen Lebenshaltungskosten in der Region als Grund an. Ein Pflegekind brauche ein eigenes Zimmer. Pflegeeltern müssten viel Zeit investieren, manche bei Aufnahme eines Kindes ihre Berufstätigkeit aufgeben. Aus finanziellen Gründen sei die Übernahme eines Pflegekindes daher nicht vielen Menschen möglich. „Trotz der Unterstützung durch das Jugendamt“, so Meermagen.

Wer Freude am Umgang mit Kindern hat, ein gutes Einfühlungsvermögen besitzt, finanziell unabhängig, gesund und bereit dazu ist, mit dem Jugendamt, den leiblichen Eltern und Schulen zu kooperieren, erfüllt die gröbsten Voraussetzungen. Der Familienstand spielt keine Rolle. Der Altersabstand zwischen Kind und Pflegeeltern sollte einem natürlichen Eltern-Kind-Verhältnis entsprechen, heißt es in beiden Jugendämter.

Pflegeltern und ihre Einkommens- und Wohnsituation werden gründlich überprüft. Zusätzlich werden in Gesprächen Motivation, Erziehungsvorstellungen und Persönlichkeit beurteilt. Wer die Prüfung besteht, darf Seminare zur Vorbereitung besuchen. Im Landkreis Starnberg werden zunehmend auch kurzfristige Unterbringungen gesucht. Dazu müssen Pflegeeltern bereit sein, spontan ein Kind aufzunehmen und es nach Tagen oder wenigen Monaten wieder loszulassen.

Pflegeeltern werde viel Verantwortung abverlangt, sagt Bettina Meermagen. „Eine Herausforderung ist, dass sie den leiblichen Eltern eine Wertschätzung entgegenbringen müssen und gleichzeitig wissen, dass diese sich nicht genügend um das Kind gekümmert haben.“ Um in einem familiären Umfeld auswachsen zu können, seien Pflegestellen besonders für junge Kinder enorm wichtig, sagt ihre Starnberger Kollegin Ute Leisz-Eckert. „Die familiäre Geborgenheit und die Möglichkeit, Bindungen zu Bezugspersonen entwickeln zu können, gelingt in Pflegestellen weit besser als in Einrichtungen mit wechselndem Fachpersonal.“

Ansprechpartner

Wer sich dafür interessiert, als Pflegefamilie ein Kind aufzunehmen, kann sich an folgende Stellen wenden: Bettina Meermagen, Landratsamt München, Telefon: 62 21 24 10; Ute Leisz-Eckert, Landratsamt Starnberg, Telefon 0 81 51/ 14 84 13

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