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„Das Gros sind im Moment noch naturbasierte Produkte“: Dr. Clemens Fischer von PharmaFGP setzt auf wachstumsstarke Marken und TV-Marketing.

PharmaFGP

Zweite Stufe des Marketing-Konzeptes zünden

Gräfelfing - Die Vielfalt des Angebotes soll nun ebenso wachsen wie die Bekanntheit der Gräfelfinger Firma PharmaFGP.

Aus Martinsried kennt man Unternehmen, die sich entweder auf ein Krankheitsbild, oder eine bestimmte Technik der Medikamentenentwicklung fokussieren. Oft geht damit eine starke Forschungsleidenschaft einher. Vergleichsweise nüchtern dagegen wirkt Dr. Clemens Fischer. Der Gräfelfinger Pharma-Unternehmer begeistert sich vor allem für Verkaufszahlen. Auch die öffentliche Präsenz seiner Firma war ihm letztlich zweitrangig.

„Bisher sind wir eher unter dem Radar geflogen“, sagt Fischer. Bekanntheit für seine Firma war dem Unternehmer nicht so wichtig – schwarze Zahlen aber schon. Eher sogar tiefgrüne, denn obwohl Fischer eine Promotion in Medizin erreicht hat, liegt seine Leidenschaft im Business und im Wachstum von Firmen. „Betriebswirtschaftslehre war meine Herzensangelegenheit, Medizin habe ich nur den Eltern zuliebe studiert.“

Seit der Gründung von Dr. Fischer Gesundheitsprodukte (FGP) vor knapp sieben Jahren – gemeinsam mit Madlena Hohlefelder – konzentriert sich das Unternehmen vor allem auf absatzstarke, gewinnversprechende Gesundheitsprodukte aus dem verschreibungsfreien Markt. Zwei Eigen-Entwicklungen wurden gleich zu großen Erfolgen: Eine Lactoseunverträglichkeits-Pille und der Abnehm-Drink „Yokebe“. Die Rechte an diesen Produkten – der Drink unter der Firmierung „Naturwohl“ – verkaufte Fischer 2015 an Pharmakonzerne. Gefragt, ob die Trennung von den eigenen „Babys“ nicht auch Schmerzen verursachte, zwinkert der Manager und sagt lächelnd: „Schon, aber es gab ja auch Schmerzensgeld.“ Zwischen 150 und 180 Millionen Euro seien allein für Yokebe geflossen – genauer will er es nicht beziffern.

Spürbar geschrumpft sei die PharmaFGP trotz des Verkaufs nicht, denn auch die übrigen Produkte hätten mittlerweile schon wieder stark zugelegt. Fischer nennt Kijimea, ein Präparat zur Linderung von Reizdarm. „Hier hatte ich einen interessanten Bakterienstamm von einer universitären Forschergruppe aufgekauft“, erläutert Fischer. Die unsichtbar kleinen Helferlein legten sich wie ein „inneres Pflaster“ über die gereizten Bereiche und würden nach einiger Zeit wieder natürlich ausgeschieden.

Kijimea sei derzeit das Produkt mit der größten Zahl an Länderzulassungen im Unternehmen. „Und überall, wo wir es einführen, sind wir in spätestens zwei Monaten damit ausverkauft.“ Ein besonderer Verkaufserfolg sei auch das naturbasierte Gelenkschmerzmittel RubaX.

Selber Forschen und Produzieren, das tue man in Gräfelfing nicht. Externe Lohnhersteller, vorwiegend in Deutschland, übernähmen dies. Im Würmtal aber schlägt das Herz der Firma: Hier werden die Kontakte zu den Produzenten gepflegt, der Vertrieb und das Marketing passieren hier. Und natürlich das „Business Development“ – die Überlegungen, welche Schritte man als nächstes gehen könnte.

Fischer weiß, was er will: Die verwaisten Räume der Naturwohl-Verwaltung hat er gleich wieder neu angemietet – nur diesmal direkt für PharmaFGP. „Wir vergrößern uns von etwa 1500 auf 2700 Quadratmeter“, sagt Fischer. Die Mitarbeiterzahl könne so von 60 auf 100 steigen. Vermutlich sei man schon jetzt der zweitgrößte Nettozahler im Gräfelfinger Gewerbe.

Auch dies sei noch nicht das Ende des Wachstumskurses, denn die PharmaFGP wolle nun die zweite Triebstufe zünden und stark nachgefragte Präparate des verschreibungspflichtigen Marktes aufkaufen. Bald soll der dreistellige Millionen-Umsatz hälftig auf freie Apotheken-Präparate und auf rezeptpflichtige Medikamente entfallen. „Der Magen-Darm-Bereich wird ein Schwerpunkt bleiben, denn den finden wir faszinierend.“

Mit dem Standort in Gräfelfing ist der gebürtige Murnauer vor allem wegen des günstigen Gewerbesteuerhebesatzes zufrieden. „Sonst wären wir wohl in München geblieben“, bekennt er – denn die Busse zum Gräfelfinger Gewerbegebiet findet er nur mittelmäßig attraktiv.

Andreas Bretting

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