Photovoltaik auf öffentlichen Dächern unrentabel

Gräfelfing - Die Stromerzeugung aus Sonnenenergie bewegt sich hart an der Grenze zur Unwirtschaftlichkeit. Das musste auch die Gemeinde Gräfelfing jetzt zur Kenntnis nehmen.

Die Gartenstadt will an ihren energiepolitischen Ambitionen festhalten - auch unter widrigen Rahmenbedingungen. Das kann sie jetzt exemplarisch bei der Investition in Photovoltaikanlagen unter Beweis stellen. Im Auftrag der Kommune hatten zwei Fachbüros eine große Untersuchung durchgeführt, auf welchen öffentlichen Dächern Gräfelfings Photovoltaikanlagen in Frage kämen - aus technischer und wirtschaftlicher Sicht. Das Ergebnis nannte Ingenieur Markus Staller bei der Vorstellung im Umweltausschuss „sehr unbefriedigend“.

Ganze 88 Anwesen hatten sich die Fachleute zunächst angesehen: 55 Gebäude der Gemeinde, 17 Wohnhäuser der Gemeindebau GmbH sowie 16 Anwesen der Wohnungsbaugenossenschaft am Anger. Letztere bekundete bald, kein Interesse zu haben. Und von den verbliebenen schieden alle bis auf das Kurt-Huber-Gymnasium wegen Unwirtschaftlichkeit aus: Die Zeit, bis der Ertrag die Investition amortisieren würde, lag bei rund 20 bis 30 Jahren - länger, als die Hersteller der Module für deren Funktionstüchtigkeit geradestehen.

Dass die Wirtschaftlichkeit so schlecht ist, erklärte Markus Staller mit der gesunkenen Einspeisevergütung: Betrug sie 2007 noch 49 Cent/kWh, liegt sie seit 2012 bei 17 Cent/kWh, real sogar bei 15 Cent, weil nur noch 90 Prozent der erzeugten Menge abgenommen werden. Allein von 2011 bis 2012 sank die Einspeisevergütung um 45 Prozent. Markus Staller: „Die politische Diskussion überschattet die Photovoltaik.“

Die einzige halbwegs wirtschaftliche Möglichkeit sahen die Experten auf den KHG-Dächern, und auch da nur, wenn der Strom nicht eingespeist, sondern selbst verbraucht würde: Sie rechneten mit Stromkosten von 23 Cent/kWh, denen nur besagte 17 Cent Vergütung gegenüber stünden. Somit wäre es wirtschaftlicher, die 23 Cent einzusparen als die 17 Cent zu bekommen. Trotzdem würde diese Anlage, die rund 260 000 Euro kosten würde, erst nach 17 Jahren schwarze Zahlen schreiben.

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