Neue Verkehrsuntersuchung

Entlastungsstraße liegt auf Eis

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Gräfelfing - Die Bemühungen um eine Entlastungsstraße zwischen Autobahn und Würmtalstraße in Gräfelfing liegen erst mal auf Eis. Dafür sorgte ein Antrag der Grünen.

Sollte es das Ziel der Grünen gewesen sein, die von ihnen seit jeher bekämpfte Umgehungsstraße östlich des Gewerbegebietes zu verzögern, ist ihnen das gelungen. Der überörtliche Ausschuss des Gemeinderates beschloss am Donnerstag mehrheitlich ein von den Grünen beantragtes Maßnahmenpaket, das mehrere Monate in Anspruch nehmen wird.

Wie berichtet, hatten die Grünen beantragt, vor jeder weiteren Beschlussfassung zur so genannten kommunalen Entlastungsstraße drei Maßnahmen zu ergreifen: Die Gemeinde solle abermals Gespräche mit der Nachbarkommune Planegg führen, von der Autobahndirektion eine schriftliche Stellungnahme zu einem möglichen Autobahnanschluss der Entlastungsstraße einholen und vor allem eine weitere verkehrstechnische Untersuchung in Auftrag geben. Bei dieser sollten „neben dem Autoverkehr auch Alternativen und Ausbaumöglichkeiten im Bereich des ÖPNV und des Radverkehrs bezüglich ihrer Entlastungsfunktionen geprüft werden“. Der Ausschuss beschloss alle diese Punkte, bei einer beziehungsweise zwei Gegenstimmen.

Eine Gegenstimme kam von Petra Schmid (CSU), die den Antragstellern in der Diskussion unverblümt eine „Verzögerungspolitik“ vorwarf. Schmid: „Wir sollten damit aufhören, in immer neue Gutachten Zeit und Geld zu stecken.“ Wichtiger sei es, endlich zu handeln und mit der Entlastungsstraße den Schleichverkehr aus den Wohngebieten zu bekommen.

Ins gleiche Horn stieß Günter Roll (BVGL), der feststellte, in den letzten Jahrzehnten sei zu diesem Vorhaben genug untersucht und gesprochen worden – auch mit der Nachbargemeinde Planegg.

Katharina Weber (Grüne) verteidigte sich, man wolle lediglich alle Aspekte berücksichtigt wissen, bevor man eine Grundsatzentscheidung zu dieser Straße treffe. Der ÖPNV sei noch nicht überprüft. Auch Jörg Scholler (FDP), der die Straße ebenfalls ablehnt, befand: „Das noch Fehlende gilt es zu erforschen.“ Eine mehrheitsfähige Lösung sei noch nicht in Sicht.

Bürgermeisterin Uta Wüst gab sich denn auch der optimistischen bis gewagten Hoffnung hin, mit diesen weiteren Untersuchungen auch die bisherigen Gegner der Straße ins Boot zu holen. Wüst: „Ohne Mehrheit geht nichts. Und eine Gesamtbetrachtung ist legitim und nachvollziehbar.“

Weniger Erfolg hatte an diesem Abend die SPD, die die Entlastungsstraße ebenfalls ablehnt, mit ihrem Antrag. Darin forderte Franz Lang, stattdessen die Kosten für zusätzliche Ampeln und Abbiegespuren auf der Pasinger Straße zu prüfen. Außerdem solle die Straße Lochhamer Schlag nordwärts verlängert und in einem Halbanschluss an die Autobahn angebunden werden. Diese Vorschläge lehnte der Ausschuss mit 3:5 und 3:4 Stimmen ab.

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