Bagger roden seit Anfang der Woche am Planegger Kupferhaus kleine Bäume und Sträucher. foto: sauer

Planegg baut Kupferhaus-Gelände um

Planegg - Am Planegger Gymnasium haben die Arbeiten zum Neubau der Parkplätze und Freizeitstätten begonnen. Das Rathaus rechnet mit Ärger, denn in der Übergangsphase werden bis zu 100 Stellplätze wegfallen. Bei einer Anliegerversammlung gab es zudem Kritik an der Verkehrsführung.

Es war ein Fauxpas erster Güte: Als die Gemeinde den Bau des Kupferhauses plante, vergaßen Verwaltung, Gemeinderat und die beteiligten Fachbüros, auch adäquate Parkmöglichkeiten zu schaffen. Als das Landratsamt schließlich Bedenken, vor allem immissionsschutzrechtlicher Natur, geltend machte, war die Gemeinde so klamm, dass sie eine Neugestaltung der Fläche nur über eine Kreditaufnahme hätte schultern können. Doch das wollte in Planegg keiner. So schob der Gemeinderat die Maßnahme immer weiter vor sich her, gab Planungen in Auftrag und verwarf diese wieder, bis das Landratsamt schließlich ernst machte und mit der Schließung des Kupferhauses drohte.

Im Jahr 2012 erholten sich die Gemeindefinanzen, so dass der Gemeinderat grünes Licht gab für das 3,1 Millionen teure Bauvorhaben. Seit Anfang der Woche finden Rodungen statt. Geplant sind knapp 200 Parkplätze, die bis zu 3,5 Meter unter dem Niveau der Münchner Straße liegen und von einem Wall verdeckt werden. Dadurch soll die Butenandt-Siedlung vor Lärm geschützt werden - eine Auflage des Landratsamtes. Den Anwohnern präsentierte das Rathaus vorige Woche die Maßnahme.

Kritische Töne gab es wegen der Verkehrsführung. Denn für Anwohner ist es vor allem zu Stoßzeiten schwierig, mit dem Auto auf die Münchner Straße Richtung Planegger Ortsmitte einzufahren. Doch daran wird die Gemeinde nichts ändern. Dafür soll eine Spur auf Seiten des Kupferhauses eingerichtet werden, die das Einfädeln in die Staatsstraße ermöglicht.

Radfahrer müssen sich an einen neuen Weg gewöhnen, der mitten durch das neu gestaltete Gelände führt. So sollen brenzlige Situationen zwischen Autos und Radlern an der Einmündung zur Feodor-Lynen-Straße vermieden werden.

Während der Bauzeit, die bis Herbst andauern wird, sollten Besucher der Schule und des Kupferhauses auf Empfehlung des Rathauses möglichst nicht mit dem Auto kommen. Es werden lediglich 70 Behelfsparkplätze zur Verfügung stehen statt wie bisher bis zu 170. Das Programm im Kulturhaus soll unverändert weiterlaufen. Laut Projektleiter Andreas Löbe vom Planegger Bauamt sei vor allem in den Monaten März bis Mai mit Parkproblemen zu rechnen. Es gebe aber die Möglichkeit, das Auto auf dem Friedhofsparkplatz abzustellen. Dennoch: „Es wird unangenehm“, sagt Bürgermeisterin Annemarie Detsch. Die Bürger dürfen sich dafür auf ein neues Areal mit großzügigen Grünflächen und vielen Freizeitmöglichkeiten freuen.

Vor allem die Planegger Jugend wird ein großes Angebot an Freizeitmöglichkeiten vorfinden: Auf einem neuen Platz, weiter östlich als bisher, werden eine zeitgemäße Skateranlage, ein Streetballfeld und zwei Beachvolleyballfelder entstehen. Das neue Freizeitareal grenzt unmittelbar an das Gelände der Naturfreunde, die dort in den nächsten Jahren ein eigenes Vereinshaus errichten werden. Auch die neben den Parkplätzen gelegenen Sommerstockbahnen werden tiefer gelegt und modernisiert.

Ende 2013 dürfte das Kapitel für die Gemeinde dann endlich beendet sein. Sechs Jahre nach dem Bau des Kupferhauses.

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