Planegg und Didcot werden Partner

Planegg - Planegg geht eine weitere Städtepartnerschaft ein, und zwar mit dem englischen Didcot. Die Beziehung soll sich vor allem auf schulischer Ebene abspielen.

Meylan, Bärenstein, Klausen und nun also Didcot. Während andere Gemeinden keine einzige Städtepartnerschaft pflegen (Gräfelfing etwa), wird Planegg bald eine vierte eingehen. Der Gemeinderat votierte am Donnerstag einstimmig dafür, die zarten freundschaftlichen Bande, die in zwei Erkundungsbesuchen seit 2009 geknüpft worden waren, in offiziellem Rahmen weiter zu pflegen. Darauf hatten vor allem die Engländer gedrängt, was unüblich ist, wie Gabriele Fink, FWD-Gemeinderätin und Vorstand des Partnerschaftsausschusses der Gemeinde, ihren Kollegen berichtete. Denn gegenüber Deutschen gebe es noch immer Vorbehalte, außerdem seien Partnerschaften zu englischen Kommunen sehr gefragt, der Sprache wegen. Normalerweise lassen sich deshalb die Angelsachsen bitten, im Fall von Planegg war es umgekehrt. „Immer mehr Schüler in Didcot lernen Deutsch, die Gastfreundschaft war hervorragend“, erzählte Fink über die Erfahrungen vor Ort.

Gabriele Munz, Fachschaftsbetreuerin für Englisch am Feodor-Lynen-Gymnasium, bestätigte Finks Eindrücke. Die bisherigen Begegnungen von Schülern seien „sehr freundschaftlich“ verlaufen. Das Angebot Didcots an Planegg sei etwas Besonderes, betonte Munz, jahrelang habe das FLG vergeblich versucht, Kontakte mit anderen englischen Städten herzustellen. Auch um der in England sich verstärkenden EU-Skepsis entgegenzutreten, sei ein positives Signal Planeggs wichtig, sagten mehrere Gemeinderäte. Munz: „Durch so eine Partnerschaft lernen die Kinder Europa kennen.“

Der Partnerschaftsausschuss hatte im Februar mit 7:6 Stimmen gegen eine offizielle Partnerschaft zu Didcot gestimmt, aus finanziellen Gründen und um eine weitere Belastung der Verwaltung zu vermeiden. Fink machte im Gemeinderat den Vorschlag, den Etat für Städtepartnerschaften nicht zu erhöhen und mehr auf Eigenleistung der Bürger zu setzen.

„Diese einzigartige Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen“, warb Andrea Wilhelm (CSU). Ähnlich äußerten sich die Fraktionen von FDP und FWD. Skeptisch war Thomas Roy (SPD), der vor weiteren Repräsentationspflichten warnte. Nach ausgiebiger Debatte stand am Ende jedoch der einstimmige Beschluss für eine Partnerschaft mit Didcot. Diese soll Ende April, wenn eine Delegation aus England nach Planegg reist, offiziell besiegelt werden.

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