Glücklich im Ziel: Judith Arndt holte ihre dritte olympische Medaille im Einzelzeitfahren. Nach Bronze 1996 (Einerverfolgung) und Silber 2004 (Straßenrennen) gab es jetzt noch einmal Silber. foto: Christophe Karaba

Planegg gratuliert Judith Arndt zu olympischem Silber

Planegg - „Irgendwie fühle ich mich wie eine Gewinnerin: Ich hab’ ja eine Medaille.“ Judith Arndt hat in London Silber im Einzelzeitfahren geholt - und Planegg freut sich mit ihr.

Der 36-jährige Radprofi zog vor eineinhalb Jahren mit seiner Partnerin Anna Wilson in die Würmtal-Gemeinde. Viel Zeit, Kontakte zu knüpfen blieb nicht, ständig war Arndt unterwegs. Bürgermeisterin Annemarie Detsch lernte sie im März bei einem Termin im Rathaus kennen. Detsch lud Arndt gleich zur Sportlerehrung im Herbst ein, als Vorbild für den Nachwuchs. Jetzt gratuliert sie der prominenten Planeggerin aus ihrem Urlaubsort in Frankreich: „Das ist großartig. Ich habe Judith Arndt als sehr sympathische Sportlerin kennen lernen dürfen und freue mich sehr, dass sie ihr großes Ziel nun erreicht hat und eine Silbermedaille mit nach Planegg bringt.“

Einer, der Arndt öfter sieht, ist Jan Heller, Triathlon-Abteilungsleiter des TV Planegg-Krailling. Er lernte sie über ihre Partnerin Anna Wilson kennen. Wilson, selbst ehemaliger Radprofi und Olympia-Teilnehmerin, suchte nach dem Umzug einen Sportverein und landete bei den Kraillinger Ausdauersportlern.

„Ich habe noch ganz feuchte Hände. Das ist schon eine super Leistung“, sagte Heller direkt nach dem Rennen, in dem Arndt als Vorletzte von 24 Fahrerinnen auf den 29 Kilometer langen Kurs gegangen war. 90 Sekunden nach ihr startete die US-Amerikanerin Kristin Armstrong, die einzige, die schneller ins Ziel kam als Arndt. 15 Sekunden trennten die Planeggerin am Ende von Gold. Das störte sie jedoch nicht: „Ich bin super happy.“

Während Arndt in die Pedale trat und Heller am Fernseher Daumen drückte, verfolgte Stefan Werkmeister das Rennen im Liveticker im Internet. Der 45-jährige Werbekaufmann ist wie Heller Triathlet. Mit Arndts Partnerin Wilson trainierte er im vergangenen Jahr viel. „Da muss man sich schon anstrengen, um mitzuhalten“, sagt er. Arndt lernte er zufällig kennen, bei einem Spaziergang mit seinem Hund Gela. Arndt war mit ihren beiden dunkelbraunen Settern Harry und Sally unterwegs. Werkmeister sprach sie auf ihr Radtrikot an. Seitem führen die beiden öfter gemeinsam die Hunde aus. Beinahe hätte er sie einmal bei einer Trainingseinheit begleitet, doch Werkmeister musste damals kurzfristig absagen. „Ich hoffe, das kommt noch“, sagt er.

Sobald Arndt und Wilson aus London zurückkommen, werden Heller und Werkmeister zum Gratulieren vorbeischauen. „Silber ist eine große Sache“, sagt Werkmeister. Heller schickte einstweilen Glückwünsche per SMS an Wilson zum Ausrichten. Und auch den dritten Start Arndts in London dürfte er am Fernseher verfolgen. Morgen tritt sie auf der Bahn in der Mannschaftsverfolgung an. „Sie ist ein Typ, der immer gewinnen will“, sagt er. „Die Medaille motiviert sie bestimmt."

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